NextiraOne meldet Sanierungsbedarf an

Der Systemintegrator strebt eine eigenverantwortliche Sanierung des Unternehmens im sogenannten Schutzschirmverfahren an, um der drohenden Zahlungsunfähigkeit zu entgehen.

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Nach rund 10-jähriger Geschäftstätigkeit auf dem deutschen Markt steht die NextiraOne Deutschland GmbH vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit, nachdem der Mutterkonzern NextiraOne Europe B.V. die weitere finanzielle Unterstützung verwehrt, wie die hiesige Landesgesellschaft nun mitteilte. Daraufhin habe NextiraOne am 23. April 2012 beim zuständigen Amtsgericht Potsdam beantragt, das Unternehmen eigenverantwortlich im Rahmen eines sogenannten Schutzschirmverfahrens nach dem Gesetz zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) sanieren zu dürfen. "Das Unternehmen mit seiner historisch begründeten, heute nicht mehr marktgerechten Kostensituation wird durch das jetzt eingeleitete Verfahren wirtschaftlich dauerhaft zukunftsfähig werden. Wir sichern damit das Bestehen der deutschen Gesellschaft und die jederzeitige Leistungsfähigkeit als wichtiger Servicepartner unserer Kunden", begründet Dr. Bernd Ruppert, Geschäftsführer der NextiraOne Deutschland GmbH, die eingeleiteten Schritte.

"Strategische Partner" stünden dem Sanierungsvorhaben des Systemintegrators "positiv" gegenüber, daher erwartet die NextiraOne-Führung die Sanierung "innerhalb weniger Monate" abschließen zu können. Allerdings hatte der auf Telefonie, Unified Communications und Cloud Services spezialisierte Dienstleister im Rahmen seiner bisherigen Tätigkeit hierzulande in keinem Geschäftsjahr ein positives Betriebsergebnis erzielen können. Wesentliche Ursache für diesen Umstand seien nach Einschätzung der NextiraOne-Verantwortlichen jedoch die "in einer früheren Konzernzugehörigkeit der heutigen GmbH begründeten Organisationsstrukturen und Personalkosten". In der Folge hätte das operative Geschäft der hiesigen Landesgesellschaft nie die laufenden Belastungen gedeckt – Liquiditätsreserven standen ebenso wenig zur Verfügung. Unter dem "Schutzschirm" des Sanierungsverfahrens sollen die Geschäfte des Systemintegrators dennoch unverändert fortgeführt werden. Die rund 800 Mitarbeiter von NextiraOne in Deutschland sollen zudem in die Erarbeitung des Sanierungskonzeptes einbezogen werden. (map)