Greenpeace fährt mit "Klimaschwein" bei Porsche vor

Die UmweltschĂĽtzer setzten heute ihre Protestaktionen bei deutschen Autobauern vor der Konzernzentrale des Sportwagenherstellers Porsche fort.

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Von
  • Gernot Goppelt

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat heute ihre Protestaktionen bei deutschen Autobauern vor der Konzernzentrale des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche fortgesetzt. Nachdem Greenpeace in den vergangenen Tagen bereits bei BMW, Mercedes und Audi protestierte, warfen die Umweltaktivisten auch Porsche vor, "Klimaschweine" zu produzieren. Vor dem Porsche-Werk protestierte Greenpeace mit einem rosa Porsche Cayenne, den sie mit Schnauze und Ohren zum "Klimaschwein" umgebaut hatten.

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller nahm es zumindest nach außen mit Humor. Das Unternehmen nutzte die Besuchs-Premiere, indem es die Umweltorganisation mit einem großen Plakat mit der Aufschrift "Geschafft! Greenpeace demonstriert bei Porsche. Jetzt sind wir wer!" vor seinem Stammwerk in Zuffenhausen willkommen hieß. Darüber hinaus war auf den Plakaten zu lesen, "Porsche trägt im Verkehr weniger als 0,1 Prozent zum CO2-Ausstoß bei", "Porsche hat den geringsten CO2-Ausstoß pro PS", "Porsche wird CO2-Ausstoß bis 2012 um über 20 Prozent senken" und "Porsche bringt Hybridmotor: weniger als 9 Liter Verbrauch auf 100 km".

Mit diesen Argumenten ist Greenpeace gar nicht einverstanden: Der geringe CO2-AusstoĂź pro PS stimme zwar, aber in den vergangenen Jahren habe Porsche seine Wagen mit immer mehr Gewicht und PS ausgestattet, so dass pro Auto der CO2-AusstoĂź deutlich gestiegen sei. Das Klima frage nicht nach Berechnungen pro PS, sondern allein nach der CO2-Gesamtmenge. Da sei der Cayenne mit bis zu 358 Gramm pro Kilometer trauriger Spitzenreiter.

Porsches Vorhaben, den Cayenne zukünftig mit Hybridtechnik zu bauen, hält Greenpeace ebenfalls für falsch. Damit würde das Auto noch schwerer – mit vorhandener Technik und einem Fahrzeugkonzept, das weniger und nicht mehr Ressourcen verbraucht, könne der Verbrauch des Cayenne um bis zu 40 Prozent reduziert werden.

Greenpeace fordert fĂĽr die Autoindustrie einen verbindlichen CO2-Grenzwert von 100 Gramm pro Kilometer bis 2012. Auch Porsche mĂĽsse die klimarelevanten Emissionen seiner Neufahrzeuge entsprechend absenken. Dabei verwies Greenpeace erneut auf sein elf Jahre altes Konzept des SmILE-Fahrzeugs, das auf Basis eines Renault Twingo entstand und nur drei Liter Kraftstoff brauche.

Das letzte Wort des Tages behielt sich Porsche mit einem weiteren Plakat vor: "Liebe Freunde von Greenpeace: Porsche ist besser als Ihr denkt. Zum Trost: Auch David wurde unterschätzt...". (ggo)