BT gewinnt Content-Giganten für Internet-Fernsehen
Der Netzbetreiber kann für interaktive und On-demand-Angebote seines IPTV auf Inhalte aus den Archiven von BBC, Paramount und Warner Music zurückgreifen. Im Frühjahr will BT den Probebetrieb aufnehmen und peilt den Regelbetrieb für Herbst 2006 an.
Der britische Telecom- und Internet-Betreiber BT kann für sein geplantes Fernsehen übers Internet via [#2401 IPTV] auf Material einiger der größten Content-Anbieter weltweit zurückgreifen. BT meldete heute, entsprechende Vereinbarungen mit BBC Worldwide, Paramount und der Warner Music Group. Mit seiner Absicht, seinen Kunden landesweit bis zum Herbst 2006 ein Bouquet aus herkömmlichen Fernsehinhalten sowie interaktiver und auf Abruf (on demand) verfügbarer Dienste zu bieten, reklamiert Netzbetreiber BT eine weltweite Spitzenposition für sich. Im Frühjahr will der Carrier den Probebetrieb aufnehmen.
Die Settop-Boxen für die Programmwiedergabe auf herkömmlichen Fernsehern liefert Philips; die Software-Plattform liefert Microsofts IPTV-Lösung. BT betont, bei der Vermarktung auf IPTV anstelle monatlicher Festgebühren auf eine nutzungsabhängige Vergütung ("flexible payment") zu setzen. Demnach wird der Abruf aktueller Kinofilme aus dem Paramount-Archiv wohl teurer als ein Wiedersehen auf Abruf mit den Sketchen von Monthy Python aus dem BBC-Fundus.
Während sich deutsche Fernsehsender noch skeptisch gegenüber Internet-Fensehen zeigen, bereiten sich in Großbritannien und den USA Carrier, TV-Sender und Hardwarelieferanten durch Allianzen und Übernahmen auf die Triple Play genannte Kombination von Telecom-, Internet- und Mediendiensten aus einer Hand vor: Anfang Oktober übernahm Kabelnetzbetreiber NTL mit Telewest einen kleineren Wettbewerber und schickt sich nun an, den Mobilfunkanbieter Virgin Mobile zu schlucken. Ebenfalls im Oktober übernahm der Murdoch-Sender BSkyB den britischen IP-Netzbetreiber Easynet. Mitte November kaufte IP-Ausrüster Cisco den Settop-Box-Spezialisten Scientific Atlanta und bewies damit ebenfalls starke Ambitionen im Triple Play. (ssu)