"Green Intelligence" bringt Hannover Messe auf Touren
Dank der Themen Energie und Umwelt, Mobilität und Urbanisierung habe die Industrieschau mit über 190.000 Besuchern einen Zuspruch wie im Boomjahr 2008 erlebt. Dabei ist laut Veranstalter der Anteil ausländischer Gäste gestiegen.
Eine rundum positive Bilanz ziehen die Veranstalter der Hannover Messe 2012, die am heutigen Freitagabend ihre Tore schließt. Vom 23. April an seien über 190.000 Besucher zu den Ständen der rund 5000 Aussteller gekommen. Damit habe die "weltgrößte Industrieschau" einen Zuspruch wie im Boomjahr 2008 erlebt, der Anteil von Besuchern aus anderen Ländern sei gewachsen. So kamen nach Angaben der Deutschen Messe AG rund 20.000 Gäste aus dem außereuropäischen Ausland. Der Zuwachs beschränke sich nicht auf das diesjährige Partnerland China, auch der Publikumszuspruch aus Indien, Korea, Brasilien und den USA sei gewachsen.
Der Verlauf der Messe sei eine Bestätigung für die Weiterentwicklung der früheren Industriemesse entlang der "globalen Megatrends" Energie- und Umwelttechnologien, Mobilität und Urbanisierung, resümierte Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. Erlebbar wurde das diesjährige Messemotto "Green Intelligence" für die Besucher zum Beispiel auf Parcours für Elektrofahrzeuge mit zwei oder vier Rädern.
Hannover Messe 2012 (11 Bilder)

Elektromobilität
Zahlreiche Hersteller führten vor, wie sich auch in der industriellen Fertigung Energieverbrauch und Schadstoffemissionen senken lassen. So präsentierte Volkswagen außer Elektroautos auch Änderungen in der Fertigung der kommenden Golf-Generation, dank der die Fahrzeuge leichter und weniger durstig werden sollen. Zudem präsentierte die aktuelle Nummer zwei unter den Autobauern weltweit auf Umweltschutzmaßnahmen in seinem neuen US-Werk Chattanooga. Zum Beispiel wird das Regenwasser, das auf den Hallendächern landet, aufbereitet und verwendet, hinzu kommen Änderungen im Produktionsablauf und Schulungen für die Mitarbeiter, um das Umweltbewusstsein zu schärfen. Die "Think Blue Factory" soll zum Vorbild für weitere Werke des Konzerns werden.
Was die Energiewende und damit den Umbau der Stromnetze angeht, ist das diesjährige Partnerland China manchem heimischen Unternehmer schon zu gut aufgestellt. So wurde die Befürchtung laut, dass chinesische Anbieter nach der Solarzellen-Branche auch den hiesigen Markt für Windenergie aufmischen könnten. Optimisten setzen darauf, dass es sich auch wirtschaftlich nicht lohnt, riesige Windräder quer über die Kontinente zu transportieren.
Aussteller im Bereich Smart Grids und ein Forum zu den intelligenten Stromnetzen erfreuten sich regen Interesses der Messebesucher. Dass die Energiewende nicht nur eine Herausforderung für die Stromversorger ist, wurde auf dem Gemeinschaftsstand "Dezentrale Energieversorgung" auch für Häuslebauer augenfällig: Die Kraft-Wärmekopplung mittels Blockheizkraftwerk (BHKW) bot eine Menge Diskussionsstoff.
Mit Blick auf das kommende Jahr zeigte sich Messechef von Fritsch zuversichtlich: Über 600 Unternehmen hätten sich schon für die Hannover Messe 2013 angemeldet, die vom 8. April bis zum 12. April 2013 dauert. Turnusgemäß ist die Industrieschau in den ungeraden Jahren umfangreicher als in den geraden Jahren. (ssu)