Mobilfunker Wind darf in Kanada bleiben
Das Unternehmen gehört mehrheitlich der russischen Vimpelcom, die Wind als Teil der ägyptischen Orascom Telecom gekauft hat. Dieses Eigentumsverhältnis wird durch komplexe Gesellschaftskonstruktionen verschleiert.
Der kanadische Mobilfunk-Netzbetreiber Wind darf seine Dienste weiter in dem Land anbieten. Mehrere Behörden hatten abwechselnd für und gegen Wind entschieden. Nun hat der Supreme Court in Ottawa beschlossen, den Fall nicht erneut zu überprüfen. Damit bleibt die Entscheidung eines Berufungsgerichts aufrecht, wonach Wind bleiben darf.
Das Unternehmen gehört mehrheitlich der russischen Vimpelcom, die Wind als Teil der ägyptischen Orascom Telecom gekauft hat. Dieses Eigentumsverhältnis wird durch komplexe Gesellschaftskonstruktionen verschleiert. Der kanadische Telekommunikationsgesetz schreibt nämlich vor, dass Telekommunikations-Anbieter nicht von Ausländern besessen, geleitet oder anders beherrscht werden dürfen.
Zunächst wurde Wind zugelassen, dann wieder nicht, dann doch, woraufhin ein Konkurrent klagte. Ein Bundesgericht entschied gegen, das Berufungsgericht für Wind. Dieses Urteil bleibt nun aufrecht.
Die Einschränkungen über ausländische Kontrolle in Kanada machen es neuen Anbietern schwer, Geldgeber zu finden. Daher sind alternative Netze nur in ausgewählten Städten verfügbar. Dadurch sind der Wettbewerb schwach ausgeprägt und die Tarife hoch: Kanada gilt als teuerster Mobilfunk-Markt der Welt.
Im Zuge des juristischen Spießrutenlaufs Winds hat die konservative Regierung eine Änderung des Gesetzes angekündigt. Doch diese Marktöffnung hält sich in engen Grenzen. (jk)