Virgin Mobile verlangt Erhöhung des NTL-Übernahmeangebots

Nach dem Kaufangebot durch Kabelnetzbetreiber NTL kletterte der Börsenwert des Mobilfunkers. Nun erklären die Anteilseigner um Sir Richard Branson, das ursprüngliche Kaufangebot sei eine "materielle Unterbewertung" ihrer Firma.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Der in mehreren englischsprachigen Ländern aktive Mobilfunkanbieter Virgin Mobile, an dem der Unternehmer Sir Richard Branson 72 Prozent der Anteile hält, weist das vom britischen Kabelnetzbetreiber NTL vor wenigen Tagen vorgelegte Übernahmeangebot zurück. Das Board von Virgin Mobile habe einstimmig beschlossen, das NTL-Angebot von 323 Pence je Aktie – entsprechend 817 Millionen Pfund beziehungsweise 1,2 Milliarden Euro – abzulehnen, da es eine "materielle Unterbewertung" des Mobilfunkanbieters darstelle, berichtet die Times.

Nach der Bestätigung des Übernahmeangebots sei der Aktienkurs von Virgin Mobile auf 345 Pence geklettert, was einem Marktwert von Virgin Mobile von 891 Millionen Pfund (1,3 Milliarden Euro) entspricht, heißt es weiter. Ob der Anstieg des Börsenkurses allein auf den materiellen Unternehmenswert zurückzuführen ist, erscheint fraglich. Der Times zufolge hofften Aktionäre von Virgin Mobile auf Kursgewinne, wenn ein Bieterwettbewerb um den Mobilfunker in Gang komme, obwohl Marktgrößen wie BT, Vodafone oder der neue O2-Eigner Telefonica ihr Desintresse an Virgin bekundet hätten.

Auch bei der Anfang Oktober bekanntgegebenen Übernahme des Kabelnetzbetreibers Telewest müssen die NTL-Verantwortlichen womöglich Überstunden machen. Der britischen Zeitung zufolge erwägt man einen Rollentausch in der Fusion. Käme die kleinere Telewest formal in die Position des Aufkäufers, könnte dies eine 100 Millionen Pfund schwere Zahlung an die BBC reduzieren helfen, die im Zuge der Fusion fällig wird. (ssu)