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VDI fordert mehr Bildung im Technik-Bereich

Nach einer vom VDI auf der CeBIT vorgestellten Studie sehen die Deutschen ihr Land als Technikstandort zwar weit vorn, bewerten die Ausbildungssituation aber deutlich schlechter.

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Gute Noten für den Technikstandort Deutschland verteilen zumindest die Deutschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage unter 1000 Deutschen, die der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) am Tag vor der CeBIT-Eröffnung heute in Hannover vorgestellt hat. Der von Emnid durchgeführten Befragung zufolge schätzen die Deutschen nur Japan und die USA als Technikstandort stärker ein. Sorgen macht sich der VDI angesichts der Bewertung hinsichtlich des deutschen Technik-Nachwuchses, der wie die Ausbildungssituation nur im Mittelfeld der Bewertungsskala landete.

Die im Rahmen der vor genau einem Jahr gestarteten VDI-Initiative "Sachen machen" durchgeführte Studie fragte nach der Bewertung verschiedener Standortfaktoren im Vergleich mit den etablierten Techniknationen USA, Japan, Großbritannien, Frankreich und den aufstrebender Ländern Indien, China und Polen. Während die Mehrheit der Befragten (79 Prozent) Deutschland als günstigen Standort für die Entwicklung neuer Technologien und die Forschung (78 Prozent) sehen, ist nur gut die Hälfte (58 Prozent) von der Ausbildung an Schulen und Universitäten überzeugt. "Das ist deutlich ernüchternder, wir rangieren hinter China", kommentiert VDI-Präsident Willi Fuchs dieses Teilergebnis, zeigte sich aber erfreut, dass die deutsche Bevölkerung das Problem offensichtlich erkannt habe. In ihrer Gesamtheit zeige die Umfrage allerdings einen positiven Klimawandel, auf dem es aufzubauen gelte. Von einem technikfeindlichen Deutschland könne keine Rede mehr sein.

Fuchs wiederholte die Forderung nach mehr Investitionen in die Ausbildung an Schulen und Hochschulen. "Wir müssen in Bildung investieren und nicht monatelang über die Gesundheitsreform diskutieren", lautet seine Forderung an die Politik. So müsse der Technikunterricht bereits an den weiterführenden Schulen eingeführt werden. Hier seien in einigen Bundesländern bereits erste Erfolge zu verzeichnen, dennoch sei es insgesamt noch ein "schwerer Gang", wenn Deutschland bis 2015 zum führenden Technologie-Standort werden wolle. Angesichts offener Stellen im Technikbereich forderte Fuchs zudem eine Senkung der Einwanderungsbarrieren für qualifizierte Ausländer. (vbr)