Sächsischer Landtag ebnet Weg für Bachelor- und Masterstudium

Mit Mehrheit der CDU/SPD-Koalition hat der Landtag am Donnerstag den Weg für die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen an den sächsischen Hochschulen geebnet.

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  • dpa

Mit Mehrheit der CDU/SPD-Koalition hat der Landtag am Donnerstag den Weg für die Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen an den sächsischen Hochschulen geebnet. Damit sollen Hochschulabschlüsse und Studiengänge europaweit vergleichbar werden. Mit der Änderung des Hochschulgesetzes solle die Qualität der Ausbildung gesteigert werden, begründete Wissenschaftsministerin Barbara Ludwig (SPD) die Gesetzesänderung. Dieser zufolge sind die Hochschulen zudem nun allein für ihre Prüfungs- und Studienordnungen zuständig.

Die Fraktionen von Die Linke.PDS und Grünen kritisierten das Gesetz als unzureichend. Sie befürchten unter anderem unverhältnismäßige Zugangsbeschränkungen für das Masterstudium, weil die Hochschulen angesichts von Sparzwängen nicht für alle Bachelor-Studierenden genügend weiterführende Masterstudiengänge bereit halten könnten.

Die Grünen bemängelten zudem, das Gesetz baue nicht die bürokratische Hürden bei der Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen ab. Die Anerkennung durch die Prüfungsämter sei willkürlich und laufe der Internationalität der sächsischen Hochschulen zuwider, sagte hochschulpolitische Sprecher Karl-Heinz Gerstenberg. Die Attraktivität der sächsischen Hochschulen etwa für ausländische Studierende sinke damit deutlich.

Gerstenberg sah zudem mit Blick auf die künftige Zuständigkeit der Hochschulen für die Prüfungs- und Studienordnungen Probleme. Nach Angaben der Staatsregierung habe das Wissenschaftsministerium in der Vergangenheit 80 Prozent der Studien- und Prüfungsordnungen zurückgewiesen oder nur mit Auflagen genehmigt.

Im nächsten Jahr plant die Staatsregierung eine grundlegende Hochschulreform in Sachsen. (dpa) / (jk)