Preiskampf bei Unterhaltungselektronik setzt Sony unter Druck
Im vierten Quartal des Geschäftsjahrs rutschte der Elektronikkonzern tiefer in die roten Zahlen; erfolgreich war Sony vor allem mit Spieletiteln und Filmen. Im Gesamtjahr stieg der Gewinn um 85 Prozent.
Mit einem Nettoverlust von 56,5 Milliarden Yen (411,7 Millionen Euro) rutschte der japanische Elektronik- und Medienkonzern Sony im vierten Quartal des Geschäftsjahrs tiefer in die roten Zahlen als im gleichen Quartal des Vorjahrs. Die Umsätze fielen um 4,2 Prozent auf 1,77 Billionen Yen (12,89 Milliarden Euro). Der operative Verlust im vierten Quartal konnte allerdings reduziert werden von 109,8 Milliarden (800 Millionen Euro) auf 77,4 Milliarden Yen (564 Millionen Euro). Der Spielebereich von Sony konnte im vierten Quartal zulegen und wieder einen operativen Gewinn ausweisen, vor allem auf Grund höherer Verkäufe von Spieletiteln. Im Musik- und Filmgeschäft waren die Umsätze im vierten Quartal rückläufig. Während das Filmgeschäft einen geringeren operativen Gewinn verzeichnete, musste das Musikgeschäft vor allem durch Etablierung des Joint-Ventures Sony BMG außerhalb Japans Gewinnrückgänge hinnehmen. Die Elektroniksparte konnte ebenfalls ihre Verluste reduzieren.
Sony gab an, vor allem unter dem harten Konkurrenzdruck und den dadurch ständig fallenden Preisen bei Unterhaltungselektronik zu leiden. Man sei aber optimistisch, dass die begonnene Restrukturierung im Jahr 2005 Früchte zeige; zum Ende des Geschäftsjahrs 2005 am 31. März 2006 soll der Nettogewinn aber um 51 Prozent auf 80 Milliarden Yen (583 Millionen Euro) fallen, während Sony ein Anstieg des Umsatzes um 4 Prozent auf 7,45 Billionen Yen (54,3 Milliarden Euro) erwartet. Den operativen Gewinn möchte Sony um 40 Prozent auf 160 Milliarden Yen (1,12 Milliarden Euro) steigern.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2004, das am 31. März 2005 endete, wies Sony einen Nettogewinn von 163,84 Milliarden Yen (1,19 Milliarden Euro) aus nach 88,51 Milliarden (645 Millionen Euro) im Vorjahr, ein Plus von 85 Prozent. Die Gewinnsteigerung sei vor allem auf gute Geschäfte der Filmsparte und niedrigere Steuerlasten zurückzuführen, hieß es. Der Umsatz sank im Gesamtjahr um 4,5 Prozent von 7,496 Billionen Yen (54,6 Milliarden Euro) auf 7,159 Billionen Yen 52,4 Milliarden Euro).
Die Unterhaltungselektronik-Sparte erhöhte im Gesamtjahr ihren operativen Verlust von 6,8 Milliarden (50 Millionen Euro) auf 34,3 Milliarden Yen (250 Millionen Euro), der Umsatz sank um 0,4 Prozent auf 5,021 Billionen Yen (36,6 Milliarden Euro). Obwohl die Restrukturierungskosten hier zurückgegangen seien, hätten sinkende Verkaufspreise für die Geräte zu einem höheren Verlust geführt.
Der Umsatz der Spielesparte sank im Gesamtjahr um 6,5 Prozent auf 729 Milliarden Yen (5,3 Milliarden Euro), der operative Gewinn ging um 36,1 Prozent auf 43 Milliarden Yen (313 Millionen Euro) zurück. Vor allem den Rückgang der Playstation-2-Verkäufe und die Preissenkungen für die Konsole macht Sony für die geschrumpften Umsätze verantwortlich. Im Unterschied zu den Hardwareverkäufen konnte Sony den Absatz der Spielesoftware aber deutlich steigern. Die rückläufigen Gewinne seien auch durch die Ausgaben für den Start der Playstation Portable verursacht worden. Von der Playstation Portable, deren Marktstart in Europa gerade auf den 1. September festgesetzt wurde, hat Sony nach dem veröffentlichten Geschäftsbericht zum Ende März 2005 weltweit 2,97 Millionen Stück ausgeliefert.
Im Musikgeschäft ging der Umsatz Sonys um 43,4 Prozent auf 249 Milliarden Yen (1,8 Milliarden Euro) zurück; statt eines Verlustes von 6 Milliarden Yen (44 Millionen Euro) kam ein Gewinn von 8,8 Milliarden Yen (64 Millionen Euro) zu Stande. Allerdings gibt es auf Grund des Joint-Ventures Sony BMG ab dem 31. Juli 2004 außerhalb Japans für Sony keine zu verbuchenden Umsätze in der Musiksparte mehr; ab diesem Zeitpunkt beziehen sich die Bilanzen des Musikgeschäfts lediglich auf Sony Music Japan, die nicht unter das Dach von Sony BMG schlüpfte.
Die Filmsparte musste zwar einen Umsatzrückgang im Gesamtjahr von 3 Prozent auf 733 Milliarden Yen (5,34 Milliarden Euro) hinnehmen, konnte den operativen Gewinn allerdings um 81,4 Prozent auf 63,9 Milliarden Yen (466 Millionen Euro) steigern. Den Umsatzrückgang führt Sony allerdings vor allem auf Wechselkursauswirkungen zurück. Auch wenn man im vergangenen Jahr weniger Filme als im Jahr zuvor herausgebracht habe, seien diese doch sehr erfolgreich gewesen. Im vergangenen Geschäftsjahr übernahm Sony auch die Mehrheit am Studio MGM, auf das der Konzern wohl vor allem wegen seiner riesigen Filmbibliothek scharf war. Man wolle zusammen mit MGM aber auch neue Filme entwickeln und vermarkten, hieß es bei Sony nun zur Vorlage der Bilanzzahlen. (jk)