Apple boykottiert Verlag wegen nicht autorisierter Jobs-Biografie
Wenn es um sein Image geht, versteht Apple-Chef Steve Jobs keinen Spaß: Weil der Wiley-Verlag eine nicht genehmigte Biografie des Apple-Gründers veröffentlichen will, ließ dieser im Gegenzug jetzt alle Bücher des Verlags aus den Apple-Stores verbannen.
Wenn es um sein Image geht, versteht Apple-Chef Steve Jobs offenbar keinen Spaß: Weil der US-amerikanische Wissenschaftsverlag John Wiley & Sons eine nicht autorisierte Biografie des Apple-Gründers veröffentlichen will, ließ dieser im Gegenzug jetzt sämtliche Wiley-Bücher aus den insgesamt 104 Apple-Stores verbannen. In dem Werk mit dem Titel "iCon Steve Jobs: The Greatest Second Act in the History of Business", das in Deutschland im Juni für knapp 25 Euro auf den Markt kommen soll, wird nach Angaben von Autor Jeffrey Young der Aufstieg Jobs zu einem der erfolgreichsten Geschäftsmänner unserer Zeit nachgezeichnet. Das Buch enthalte zwar einige Details aus seinem Privatleben -- etwa zu seiner Scheidung oder seinem Kampf gegen Krebs --, insgesamt sei die Biografie aber "ziemlich positiv und lobend". Jobs müsse sich eigentlich vor nichts fürchten.
Sein Verlag, der eine langjährige Geschäftverbindung zu Apple unterhält und zahlreiche erfolgreiche Mac-Bücher verlegt, habe Jobs vor zwei Wochen ein Manuskript zum Buch zukommen lassen, sagte Young gegenüber der New York Times. Das Unternehmen habe daraufhin gefordert, die Veröffentlichung zu stoppen. Wiley & Sons hätten jedoch entschieden, sich hinter ihren Autor zu stellen. Den Mitarbeitern am Firmensitz im kalifornischen Cupertino scheint Apple unterdessen einen Maulkorb verpasst zu haben: Niemand will den Verkaufs-Boykott gegen Wiley kommentieren. "Wir hoffen, dass Apple seine Position noch einmal überdenkt", erklärte Verlagssprecherin Lori Sayde gegenüber der New York Times. "Wir haben in der Vergangenheit sehr hart dafür gearbeitet, ein gutes Verhältnis zu dem Unternehmen aufzubauen." (pmz)