Siemens-Mobilfunksparte: IG Metall fordert Standortgarantien
"Die Ausgliederung ist etwas, was eine Veränderung für die Beschäftigten bedeutet, die aber keineswegs für die Zukunft der Arbeitsplätze schlecht sein muss", hieß es bei der IG Metall zu den Plänen von Siemens für seine Mobilfunksparte.
Die IG Metall hat "möglichst lange Standortgarantien" nach der geplanten Ausgliederung der kriselnden Siemens-Mobilfunksparte gefordert. Eine solche Garantie würde die Menschen beruhigen, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Bocholt, Heinz Cholewa, am Mittwoch. "Die Ausgliederung ist etwas, was eine Veränderung für die Beschäftigten bedeutet, die aber keineswegs für die Zukunft der Arbeitsplätze schlecht sein muss." Die Standorte etwa in Bocholt und Kamp-Lintfort müssten wettbewerbsfähiger gemacht werden.
Entscheidend sei, dass das Geschäft "nach vorne gepusht wird", sagte Cholewa. Siemens habe in der Vergangenheit Fehler in der Modellpolitik zugegeben. Bundesweit seien rund 6000 Menschen in der Sparte Handys und Schnurlostelefone beschäftigt, jeweils 2000 davon in Bocholt und Kamp-Lintfort. Weitere deutsche Standorte seien Leipzig, Ulm und München. Siemens hatte angekündigt, wegen Verlusten die Sparte auszugliedern und für Kooperationen mit externen Partnern zu öffnen. Nach Angaben von Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger gibt Siemens wahrscheinlich im Rahmen einer Partnerschaft die Mehrheit an der Sparte ab.
Michael Stahl, Betriebsratschef der Siemens AG Bocholt, betonte, unter den Mitarbeitern gebe es "eine Menge Unmut und sehr große Nervosität". "Es müssen schneller innovative Entscheidungen getroffen werden können", forderte er. Am 3. Mai sei in München ein Beratungsgespräch zur Ausgliederung geplant.
Laut Cholewa hatte die Belegschaft bereits deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Ende Juni 2004 hatte Siemens mit der IG Metall einen Ergänzungstarifvertrag über eine 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich für die Werke Bocholt und Kamp-Lintfort ausgehandelt. Damit waren Überlegungen einer Verlagerung von rund 2000 Arbeitsplätzen für mindestens zwei Jahre vom Tisch. (dpa) / (jk)