Mobilkom Austria erwirbt slowenische Tochter komplett
Die österreichische Mobilfunk-Firmengruppe hat in der vergangenen Woche ihren Anteil an der slowenischen si.mobil von gut 75 auf über 92 Prozent erhöht und will den Rest im Mai 2006 kaufen.
Die Mobilkom Austria Group hat in der zurückliegenden Woche ihren Anteil an der slowenischen si.mobil von gut 75 auf über 92 Prozent erhöht. Der Rest soll im Mai 2006 gekauft werden. Damit holt die österreichische Firmengruppe eine ursprünglich für 2002 geplante Akquisition nach. Im Februar 2001 war Mobilkom Austria bei si.mobil mit 49 Prozent direkt und mit weiteren 13 Prozent indirekt eingestiegen; ab Dezember 2001 hielten die Österreicher insgesamt 75 Prozent plus eine Aktie. Der Rest verblieb bei lokalen Investoren und sollte 2002 übernommen werden. 2002 wurde allerdings vereinbart, die Anteile bis spätestens Juli 2007 für knapp 42 Millionen Euro zu übertragen. Jetzt reduzierte man den Kaufpreis um 5,5 Prozent auf 39,58 Millionen Euro und vbereinbarte einen konkreten Fahrplan für das weitere Vorgehen.
Auf die Bilanzen der Mobilkom Austria Group wird die Anteilsverschiebung keine Auswirkungen haben, da si.mobil bereits bisher voll konsolidiert wurde. Der slowenische Mobilfunker zählte zum Ende des 3. Quartals 349.000 Kunden (Marktanteil 22,1 Prozent), was ihn zum zweitgrößten Netzbetreiber in Slowenien macht.
Während si.mobil nun vollständig in österreichische Hände kommt, könnte der dritte Netzbetreiber des Landes, Vega, aus bisherigem US-Besitz möglicherweise an slowenische Eigentümer übergehen. Vega gehört seit der Übernahme von Western Wireless zu Alltel. Alltel betreibt das geografisch gesehen größte Mobilfunknetz in den USA, trennt sich soeben von seiner Festnetzsparte und möchte auch alle Auslandsunternehmungen abstoßen. Das wertvollste Asset ist dabei die österreichische tele.ring, die an T-Mobile Austria gehen wird. Die slowenische Vega hingegen ist nie aus den roten Zahlen gekommen, was die Eigentümer auf mangelhafte Regulierung zurückführen. Eine Schadenersatzklage gegen Slowenien läuft. Die slowenische Western-Wireless-Tochter ist das einzige Netz, für das Alltel noch keinen Käufer gefunden hat. Unbestätigten Informationen zufolge sollen aber lokale Investoren bereits gut im Rennen liegen. (Daniel AJ Sokolov) / (psz)