Indischer Bundesstaat unterstĂĽtzt Wechsel zu freier Software

Die Regierung des Bundesstaats Kerala rät Behörden und Schulen dazu, künftig nicht mehr Software aus dem Hause Microsoft zu verwenden.

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Die Regierung des südwestindischen Bundesstaats Kerala hat eine Kampagne zur Beseitigung von Microsoft-Software aus öffentlichen Einrichtungen gestartet. Am 10. August hatte sie bereits die Herstellung und den Verkauf von Getränken der Marken Pepsi und Coca-Cola verboten und auf mögliche Gesundheitsschäden verwiesen (PDF-Datei). Vor diesem Hintergrund werten US-Medien wie die International Herald Tribune die neue Kampagne der von der Linken Demokratischen Front gestellten Regierung als einen weiteren Angriff auf multinationale Konzerne.

Microsoft ergeht es nun nicht wie den beiden Brause-Herstellern, die Software des Softwareriesen wird nicht per Verbot aus den Behörden und Schulen verbannt. Die Institutionen werden aber dazu angehalten, freie Software zu installieren und keine Microsoft-Programme mehr zu beschaffen. Es sei wohlbekannt, dass Microsoft ein Monopol errichten wolle, zitiert die International Herald Tribune den Erziehungsminister von Kerala. Als demokratische und fortschrittliche Regierung unterstütze man die Verbreitung von freier Software und den Wechsel zu Linux in den 12.500 Schulen des Bundesstaats.

Zwar sei Kerala mit seinen knapp 33 Millionen Einwohnern ein relativ kleiner indischer Bundesstaat, doch sei er für Microsoft ein interessanter Markt, heißt es in dem Bericht weiter. Die Alphabetisierungsrate liegt mit 90 Prozent weit über dem Landesdurchschnitt von 65 Prozent. In den Schulen seien bereits 30.000 Computer im Betrieb, 600.000 Schüler würden sich dieses Jahr im Umgang mit freier Software schulen lassen, zunächst die Schüler der siebten Klassen.

Auch wenn die jetzige Regierung Keralas mit antikapitalistischen Argumenten arbeite, werde die Umstellung auf freie Software wohl keine Probleme bereiten, schreibt die Hindustan Times in ihrem Editorial. Bereits die von der United Democratic Front (UDF) gestellte Vorgängerregierung habe den Wechsel zu Linux propagiert, aber noch nicht umgesetzt. (anw)