Radio zum Sehen - erster deutscher Sender startet Visual Radio
Visual Radio (VR) heißt die neue Technik, bei der begleitend zum aktuellen Radio-Programm eines Senders Informationen auf das Mobiltelefon gesendet werden.
Radio ist bislang eine Angelegenheit der Ohren. Doch der finnische Handyhersteller Nokia will jetzt auch die Augen seiner Kunden ansprechen. Visual Radio (VR) heißt die neue Technik, bei der begleitend zum aktuellen Radio-Programm eines Senders Informationen auf das Mobiltelefon gesendet werden. Als erster deutscher Anbieter startet der hessische Sender Hitradio FFH sein VR-Angebot im Sommer.
Mit VR können Hörer abstimmen, welcher Musiktitel als nächstes gespielt werden soll, oder Informationen zum aktuell gespielten Titel und Interpret abfragen. Die Informationen erscheinen auf dem Handydisplay. Auch Radiowerbung kann so künftig parallel zum Programm visualisiert werden. Klingeltöne und Musiktitel können heruntergeladen, Staumeldungen abgefragt werden. "Das Radio ist im digitalen Zeitalter angekommen", sagt FFH- Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth. "Unser Radio lebt von der Interaktivität -- und da ist VR ein wichtiger Baustein."
Seit die Handys immer mehr zu Alleskönnern werden, ist mit vielen auch das Radiohören möglich. Nach einer Expertenumfrage des Verbands der deutschen Internet-Wirtschaft eco meinen 74 Prozent der Befragten, dass das Handy-Radio künftig im Alltagsleben eine Rolle spielen wird. VR könnte dazu einen Beitrag leisten. "Wir haben eine breite Zielgruppe im Auge", sagt Nokia-Produktmanager Raoul Rotarius. Tendenziell seien die Nutzer aber eher jünger. FFH-Geschäftsführer Hillmoth meint, das Mobiltelefon "wird ein wichtiges Endgerät für uns Hörfunker werden". VR sei eine gute Möglichkeit, die Radio-Akzeptanz per Handy zu erproben. Außerdem eröffne VR neue Werbemöglichkeiten. (Christiane Link, dpa) / (tol)