Mutmaßlicher Tauschbörsen-Spoofer aus dem Rennen

Der Musikdienstleister Loudeye schließt sein Tochterunternehmen Overpeer, das durch die Verbreitung modifizierter Musik- und Videodateien in P2P-Netzen bekannt wurde.

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Der Online-Musikdienstleister Loudeye gab bekannt, dass sein Tochterunternehmen Overpeer den Betrieb einstellt. Loudeye wolle sich auf sein Kerngeschäft fokussieren und Kosten sparen.

Overpeer war offiziell auf den Schutz digitaler Inhalte spezialisiert. Die Firma gilt aber auch als Urheber modifizierter MP3-Files, die in P2P-Netze eingespeist wurden. Dazu hatte man Songs von dort geladen, so verändert, dass sie kaum noch erkennbar waren, und dann wieder in den P2P-Netzen zum Download angeboten. Das sollte die Suche nach dem Original-Titel so erschweren, dass die Leute lieber das Geld für eine CD oder einen Download ausgaben, als stundenlang zu suchen. Obwohl Overpeer dieses Vorgehen nie offen bestätigt hat, wird es durch ein Patent, das zwei Mitarbeiter eingereicht hatten, recht genau beschrieben.

Anfang 2005 geriet Overpeer wieder in die Schlagzeilen. Es tauchten Musikstücke in Tauschbörsen auf, die beim Abspielen mit dem Windows Media Player Pop-ups im Internet Explorer öffnen und Ad-ware installieren konnten. Den Stein ins Rollen brachte eine Datei, die das Video zum Titel "Fallin" von Alicia Keys enthalten sollte, stattdessen aber auf einen Server von Overpeer zugriff.

Offenbar hat das Tauschbörsen-Spoofing, also das Verbreiten modifizierter Dateien, seine Wirkung verfehlt. Analysten hatten schon früh vorhergesagt, dass die P2P-Netz viel zu groß seien, als dass eine Firma wie Overpeer mit ihren Servern den Datenaustausch merklich behindern könnte. (ad)