Werbekosten belasten Telegate
Deutschlands zweitgrößte Telefonauskunft hat vor allem wegen hoher Investitionen für den Geschäftsaufbau in Frankreich rote Zahlen geschrieben; zudem habe sich auch das französische Marktvolumen geringer, als erwartet, erwiesen.
Deutschlands zweitgrößte Telefonauskunft Telegate hat auch im ersten Halbjahr vor allem wegen hoher Werbekosten bei seinem Markteintritt in Frankreich rote Zahlen geschrieben. Bei einem Umsatzanstieg von 69,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 88,2 Millionen Euro verbuchte das Unternehmen unter dem Strich einen Verlust von 9,4 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 16,5 Millionen Euro gemacht. Bereits im zweiten Halbjahr wolle man aber wieder in die Nähe früherer Ergebnisqualität kommen, sagte eine Unternehmenssprecherin am Mittwoch in München.
Auch vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rutschte Telegate in den ersten sechs Monaten mit einem Minus von 4,5 Millionen Euro in die roten Zahlen, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn 22 Millionen Euro in den Büchern stand. Neben hohen Investitionen für den Geschäftsaufbau in Frankreich habe sich auch das dortige Marktvolumen geringer, als zunächst erwartet, erwiesen. "Wir müssen unsere Kapazitäten nach unten anpassen", sagte die Sprecherin. Da auch Wettbewerber nach einer regelrechten Werbeschlacht im Frühjahr ihre Marketingaktivitäten jetzt wieder reduzierten, werde sich die Situation voraussichtlich in den kommenden Monaten entspannen.
Für das zweite Halbjahr rechnet das Unternehmen wieder mit einem positiven EBITDA von 20 Millionen Euro, nach 22 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ob auch unter dem Strich im Gesamtjahr 2006 schwarze Zahlen stehen werden, lasse sich jetzt noch nicht sagen, erklärte die Sprecherin. Für 2007 peilt das Unternehmen dann ein EBITDA von 50 Millionen Euro an. Eine Umsatzprognose gab Telegate nicht ab. (dpa) / (jk)