USA: Kreditkartenleser für Smartphones
Payanywhere will Smartphones in mobile Kreditkartenterminals verwandeln und konkurriert mit seinen Tarifen gegen US-amerikanische Überweisungsgebühren.
Das Angebot US-amerikanischer Kreditkarten-Lesegeräte für Smartphones wächst und gedeiht. Der Anbieter PayAnywhere hat auf der Mobilfunkmesse CTIA Wireless in New Orleans Module vorgestellt, die er noch im Mai an US-Händler ausliefern will. Dann kann jedermann ein solches Modul für zehn Dollar (knapp 8 Euro) kaufen und an ein Smartphone oder Tablet (Android, iOS, BlackberryOS ab 4.7) anstecken. Einige Stunden nach Registrierung soll der Benutzer schon mobil kassieren können, indem er Kreditkarten durch das Lesegerät zieht. Dabei wird der Magnetstreifen ausgelesen.
PayAnywhere will sich mit niedrigeren Gebühren, flotter Auszahlung, einem längeren und damit weniger fehlerträchtigen Scanner sowie Zusatzleistungen von Mitbewerbern absetzen. Als Gebühr werden bei einer physisch eingelesenen Kreditkarte von Visa, Mastercard, Discover (samt Diners Club) und Amex 2,69 Prozent verrechnet; daneben gibt es keine Grundgebühren, Mindestumsätze oder Transaktionskosten. Wer 150 US-Dollar (umgerechnet 115 Euro) umsetzt, erhält den Kaufpreis des Kartenlesers gutgeschrieben.
Zielgruppe sind neben klassischen Unternehmern auch Personen, die beispielsweise einen privaten Flohmarkt ausrichten. Zu den Zusatzleistungen von PayAnywhere gehören die Abwicklung von Rückzahlungen an Kunden, Trinkgeld-Optionen und automatisch per E-Mail verschickte Rechnungen mit Produktfotos. Über das GPS-Modul des Smartphones kann der Aufenthaltsort des Nutzers ermittelt werden. Daraus wird der aufzuschlagende Steuersatz ermittelt. In den USA ist die Verkaufssteuer nicht nur von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich, sondern teilweise auch in den Landkreisen.
Es tummeln sich bereits mehrere Anbieter derartiger Module auf dem US-Markt, darunter Square, Paypal, RoamWare und Intuit. In Europa arbeiten die Samwer-Brüder an einem ähnlichen Angebot, und außer Paypal will sich das schwedische Unternehmen iZettle einen Platz sichern.
In den Vereinigten Staaten sind Banküberweisungen teuer und daher zwischen Privatpersonen unüblich. Schecks sind vergleichsweise aufwändig und riskant. Selbst wenn eine Überweisung nur 10 US-Dollar kostet, ist PayAnywhere mit einem Gebührensatz von 2,69 Prozent bei Beträgen bis rund 372 Dollar günstiger. (hps)