Kabel Deutschland hat neuen Mehrheitseigner
Die Investmentgesellschaft Providence Equity übernimmt zusätzlich zum eigenen Anteil die Anteile von Apax Partners und Goldman Sachs Capital; der TV-Kabelnetzbetreiber will verstärkt für Triple-Play-Offerten investieren.
Die Investmentgesellschaft Providence Equity vereinbarte mit den weiteren bisherigen Großaktionären Apax Partners und Goldman Sachs Capital Partners, deren Anteile am TV-Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland zu übernehmen. Providence wird damit mit rund 95 Prozent der Anteile alleiniger Großaktionär bei Kabel Deutschland; die restlichen Anteile hält das Management der Firma. Verhandlungen über den Wechsel in der Eigentümerstruktur bei Kabel Deutschland waren bereits in der vergangenen Woche bekannt geworden. Apax, Goldman Sachs Capital und Providence hatte Kabel Deutschland im März 2003 zusammen von der Deutschen Telekom gekauft und hielten jeweils rund 32 Prozent der Anteile.
"Kabel Deutschland ist Europas größter Kabelnetzbetreiber und hervorragend aufgestellt, um vom erwarteten Aufschwung im Geschäft mit Breitbanddiensten und digitalen Fernsehangeboten zu profitieren", erklärte John Hahn, Europa-Chef von Providence Equity, in einer Mitteilung. "Jetzt werden wir mit gesteigerter Kraft die Kabelnetze weiter zu einem echten Triple-Player ausbauen und so immer mehr Kunden digitales Fernsehen, Breitband-Internet sowie Telefonie über das TV-Kabel bringen." Kabel Deutschland will nach den Plänen in den kommenden drei Jahren rund 90 Prozent der erreichbaren Haushalte (nach Angaben der Firma rund 15,3 Millionen) mit Triple-Play-Offerten versorgen, also dem Angebot von Fernsehen, schnellen Internetzugängen und Telefonie über das TV-Kabel.
Finanzielle Details der Mehrheitsübernahme durch Providence wurden nicht bekannt, die Beteiligten vereinbarten Stillschweigen zu der Transaktion, die noch von den Kartellbehörden genehmigt werden muss. Nach früheren Berichten bewerteten Finanzinvestoren Kabel Deutschland mit rund 3,4 Milliarden Euro, während es aus dem Umfeld des Unternehmens hieß, es seien lediglich 3,2 Milliarden Euro. (jk)