Ohne Windows (fast) kein Moos
Das kostenlose Programm sv.net classic zur Abgabe der Sozialversicherungsdaten an die Krankenkassen gibt es nur fĂĽr Windows. Lohnabrechnungsprogramme, die die Abgabe der Sozialversicherungsdaten unterstĂĽtzen, mĂĽssen speziell zertifiziert werden.
Mancher Arbeitgeber wird dumm aus der Wäsche gucken angesichts einer Software zur Abgabe der Sozialversicherungsdaten an die Krankenkassen – das Programm "sv.net classic" gibt es nur für Windows. So wie Arbeitgeber seit Anfang 2005 die Umsatzsteuerdaten nur noch elektronisch an das Finanzamt senden können, werden sie ab 1. Januar 2006 auch dazu verpflichtet, Sozialversicherungsmeldungen und Beitragsnachweise in elektronischer Form an die Krankenkassen zu übermitteln.
Unternehmen, deren Buchhaltung nicht unter Windows abgewickelt wird, können den Online-Zugang sv.net online nutzen und dort die Daten in die Masken eingeben. Einen Nachteil haben sie dennoch: Während die Windows-Software sv.net classic die Daten auch speichert und verwaltet, muss man online immer alles neu von Hand eingeben. Es ist sogar ausdrücklich verboten, das Ausfüllen der Formulare zu automatisieren. Außerdem nimmt das Programm sv.net classic im Unterschied zu sv.net online eine sozialversicherungsrechtliche Beurteilung anhand der individuellen Beschäftigungsverhältnisse vor.
Betreiber des Portals und verantwortlich fĂĽr die Software ist die ITSG Informationstechnische Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung GmbH. Das Programm sv.net classic auf CD kann wie schon in den Vorjahren kostenfrei angefordert oder von der Portalseite heruntergeladen werden.
Weder sv.net online noch die Software sv.net classic erledigen irgendwelche Berechnungen von Lohn oder Sozialversicherungs- und Steueranteilen. Dafür brauchen Unternehmen weiterhin ein Lohnabrechnungsprogramm. Die meisten dieser Systeme übermitteln auch die Daten online an die Krankenkassen. Allerdings müssen sie dazu von der ITSG zertifiziert sein. Im Internet bietet die GKv-Servicestelle eine Liste von zertifizierten Programmen an. Doch auch hier hat sich niemand für die Betriebssysteme interessiert — kein Hinweis darauf, unter welchen Betriebssystemen die Produkte laufen mögen.
Laut ITSG findet sich in der Liste jedoch durchaus Software, die unter Unix/Linux oder Mac OS X läuft. Man wolle jedoch nicht durch Angabe des Betriebssystems den Markt beeinflussen. Immerhin sollen im neuen Jahr Links zu den Herstellern eingefügt werden. (bb)