RTL startet mit Kanal für Handy-TV
"RTL Mobile TV" zeigt RTL-Serien sowie Comedy- und Real-Life-Formate in voller Länge und kann mit UMTS-Handys angeschaut werden – vorerst nur im T-Mobile-Netz, Gespräche mit anderen Betreibern laufen laut RTL aber.
Der TV-Sender RTL entwickelt neue Formate für das Handy-TV. Zur Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin startet die Sendergruppe den neuen Handy-TV-Kanal "RTL Mobile TV". Er zeigt RTL-Serien sowie Comedy- und Real-Life-Formate in voller Länge. Zunächst können nur T-Mobile-Kunden mit UMTS-Handys den 24-Stunden-Dienst nutzen. In einem zweiten Schritt soll der neue TV-Kanal auch Kunden anderer Mobilfunkanbieter zur Verfügung stehen. Wolfgang Kasper, Direktor Mobile Business bei RTL interactive: "Entsprechende Gespräche mit den Netzbetreibern laufen bereits, und das Interesse an unserem neuen UMTS-TV-Kanal ist groß."
RTL will damit an den Erfolg des bisherigen UMTS-Angebots anknüpfen. So konnten die Vodafone-Kunden bislang mittags bereits ein mobiles Preview von der abends ausgestrahlten Daily Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" sehen. Der neue Kanal zeigt das Programm-Angebot nun rund um die Uhr in einem zweieinhalbstündigen Loop. Zunächst sehen die Zuschauer eine Programmvorschau, dann folgen verschiedene Unterhaltungsformate wie Comedy, DokuSoap und Soap. Montags bis freitags gibt es Serien wie etwa "Alarm für Cobra 11", aktuelle Folgen erfolgreicher Doku-Soaps wie "Einsatz in vier Wänden" oder Die Supernanny", neue Folgen aus dem "Familiengericht" oder der Oliver-Geissen-Talkshow. Das Programm ändert sich wöchentlich.
Robert Fahle, Leiter Mobile Media bei RTL interactive, erklärt gegenüber heise online: "Der nächste Ausbauschritt sind aktuellere Informationsformate. Wir arbeiten mit den Mobilfunkbetreibern daran, ständig aktuelle Nachrichten in einem TV-Kanal bereitstellen zu können." Aktuelle Inhalte beziehungsweise ein eigener Nachrichtenkanal in einem Loop-Kanal für Digital-TV setzen schnelle Reaktionszeiten voraus. Die Netzbetreiber tun sich bislang allerdings noch schwer damit, die Aktualität eines Fernsehsenders technisch zu realisieren. Zwar gibt es bereits n-tv live oder Download-Nachrichten, doch die Mobilfunkbetreiber sind noch nicht in der Lage, minutenschnell neue Inhalte einzustellen. Und noch gibt es zu wenig Kunden, um die hierfür notwendigen Investitionen in die Netzstrukturen zu rechtfertigen.
Über die Entwicklungsperspektiven sagt Fahle: "RTL interactive arbeitet auch an der Marke 'made for mobile', die die speziellen Anforderungen und Nutzungssituationen von mobilen Endgeräte berücksichtigen." So wird es neue, interaktive Inhalte für mobiles Fernsehen erst in einem zweiten Schritt geben. Die Programmstruktur soll sich zum einen an den etwas anderen Hauptnutzungszeiten orientieren – beim mobilen Digital-TV schalten sich die Zuschauer bevorzugt morgens, mittags und spätabends ein. Zum anderen will man die Programminhalte interaktiv anreichern. Besonders interessant für das mobile Medium seien ortsbezogene Komponenten. Die öffentlich-rechtlichen Sender schalteten bereits Menschen in Kneipen in Köln und Düsseldorf zusammen und ließen sie gegeneinander spielen. In Australien gibt es Städtewettbewerbe, so etwa um den Titel der Feinschmeckerstadt oder der sportlichsten Stadt. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (jk)