Themenmolekül: Die Größen der Welt
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute unter anderem mit einem Minecraft-Taschenrechner, einem Stringtheorie-Song und anatomischen Außergewöhnlichkeiten.
- Peter Glaser
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute unter anderem mit einem Minecraft-Taschenrechner, einem Stringtheorie-Song und anatomischen Außergewöhnlichkeiten.
Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.
Die Archive des Smithsonian Institute haben auf Flickr ein bemerkenswertes Foto-Set mit historischen Aufnahmen von Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen zusammengestellt, die Pioniere auf ihrem Gebiet waren oder die ersten Frauen, die in ihrer Disziplin höhere akademische Grade erworben haben. Ausführliches zu der Sammlung findet sich nicht zuletzt im Blog der Archivare. Mehr Information zu den Archiven selbst und der Geschichte des Smithsonian Institute hier, weitere Sammlungen des Instituts hier.
Magnifiying the Universe: Ich muss eine Warnung aussprechen, denn das Herumspielen mit der interaktiven Infografik, die Number Sleuth erstellt hat, kann tiefe Gefühle von Demut und Bedeutungslosigkeit hervorrufen – aber auch Faszination vor den Größen der Welt. Das Universum im Großen wie im Kleinen ganz einfach skalierbar: Der blaue Punkt am unteren Rand fungiert als Schieberegler, und auf geht's, zur riesigsten Reise, die möglich ist.
Musikalische Saiten: Ein wunderbares, kleines Lied über die Stringtheorie, gefunden bei Astrodicticum Simplex in den deutschen ScienceBlogs, in die man ohnehin öfter mal reinwühlen sollte.
Nutzer SgtGodswordBerserker zeigt auf YouTube, wie er einen ungewöhnlichen multifunktionalen wissenschaftlichen Taschenrechner gebaut hat – und zwar in Minecraft, mit Hilfe der Bausteine und der Game Engine des Spiels. SgtGodswordBerserker ist schon zuvor auffällig geworden mit einer CPU und einem 3D-Drucker, die gleichfalls aus Minecraft-Bestandteilen zusammengesetzt wurden.
Die britische Dinobase, entstanden an der Universität Bristol, glänzt mit News aus der Welt der Paläontologie, einem Forum, Blogs und Bildergalerien. Im Datenbankbereich kann man – nach Geschlecht oder Gattung – nach seinen Lieblingssauriern suchen und sich dann mit einer Lupe in die Ergebnisse hineinvergrößern. In den Galerien sind Arbeiten renommierter Wissenschaftsillustratoren wie Jim Robins und John Sibbick zu finden. Und unter DinoKids finden auch die jüngsten Saurier-Aficionados jede Menge Spaß, von Witzen über Puzzles bis hin zu Tips, wie man sich am besten auf die Suche nach Fossilien macht.
Nach so viel Virtualität wieder etwas mehr Körpernähe. Wir beginnen mit der Lego-Niere der medizinischen Illustratorin Maya Shoemaker, die sie inspiriert von einem Halloween-Nierenkostüm entworfen hat – ihre "erste anatomische Lego-Studie". Es folgen die knuffigen Knetgummi-Anatomiepräparate des italienischen Designers und Illustrators Andrea Manzati, der Muskel- und Adernformationen verwendet, um Buchstaben darzustellen (hier die Website von Manzati). Dann die Anatomical Neons von Jessica Lloyd-Jones, die im Urban Glass Art Center in Brooklyn entstanden sind. Faszinierend daran ist, dass das leuchtende Neongas im Inneren der sehr speziellen Glasbläserarbeiten die Funktionalität des jeweiligen Organs nachbildet. Schließlich die anatomischen Drahtkunstwerke des in Montreal lebenden Architekten Federico Carbajal, der so etwas wie anatomische Architekturen aus galvanisiertem Draht, rostfreiem Stahl und Acryl erschafft, er nennt das Ganze "spatial sketching".
Mit großen Augen kleinste Dinge sehen – etwa Silizium-Nanodrähte, die in Echtzeit wachsen, wie auf diesem Video aus der Reihe "Under the Microscope" (hier eine Übersicht über die anderen Tauchgänge in die Mikrowelt). Dabei fungieren Goldpartikel als Katalysatoren und bringen die Nanodrähte zum Wachsen. (bsc)