Poetry Online schärft die Sinne für Gedichte

Die Datenbank will Aufnahmen aller bedeutenden angelsächsischen Dichter beim Lesen eigener Werke zugänglich machen. Für Starpoet Andrew Motion ist der akustische Vortrag eines Gedichts mindestens gleichrangig mit der Textversion.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Das britische Poetry Online Archive, das sich zum Ziel gesetzt hat, Audio-Aufnahmen aller bedeutenden angelsächsischen Dichter beim Lesen eigener Werke zugänglich zu machen, erweist sich wenige Tage nach dem Start des Webangebots als Erfolg. Zu dieser Bewertung kommt der britische Dichter Andrew Motion laut einem Gespräch mit der BBC. Motion hatte Poetry Online zusammen mit dem Plattenproduzenten Richard Carrington gegründet. Das Non-Profit-Projekt finanziert sich aus Zuschüssen öffentlicher Stellen und durch Zuwendungen gemeinnütziger Organisationen und durch Privatspenden.

Nach Einschätzung des Dichters trägt das Sound-Archiv erheblich zum Verständnis von Gedichten bei. Deren Wirkung im mündlichen Vortrag sei dem Eindruck aus der Lektüre der Druckfassung mindestens ebenbürtig, teilweise erschließe sich der Sinn der Verse erst durch den auditiven Vortrag. Zu lange habe die 'Papierform' der Lyrik deren Deutung dominiert. (ssu)