Infineon-Chef: Keine Gespräche mit Private-Equity-Firmen
"Von einigen lautstarken Kapitalmarktexperten lassen wir uns nicht unter Druck setzen", sagte Wolfgang Ziebart laut "Sächsischer Zeitung".
Für Infineon-Chef Wolfgang Ziebart ist der Einstieg von Private-Equity-Firmen bei dem Halbleiterhersteller derzeit kein Thema. "Mit Beteiligungsgesellschaften hat es bislang keine ernsthaften Gespräche gegeben", sagte Ziebart der Sächsischen Zeitung. Natürlich prüfe der Vorstand alle Optionen, um den Unternehmenswert zu steigern. "Unsere Priorität gilt aber zuerst den Kunden." Erst wenn diese zufrieden seien, steige der Unternehmenswert nachhaltig. "Von einigen lautstarken Kapitalmarktexperten lassen wir uns nicht unter Druck setzen", sagte Ziebart. In den vergangenen Wochen war mehrfach darüber spekuliert worden, Infineon könnte als erster DAX-Konzern von Private-Equity- Firmen übernommen werden.
Obwohl die abgespaltene Speicherchipsparte Qimonda dem Konzern zuletzt Gewinne bescherte, hält Ziebart an der Konzentration auf die Produktion von Logikchips fest. Qimonda mache vom Charakter her ein ganz anderes Geschäft. "Zwei Charaktere, die nicht zueinander passen, müssen sich trennen", sagte der Infineon-Chef. In den nächsten zwei, drei Jahren wolle Infineon die Mehrheit an Qimonda abgeben. Ziebart schränkte jedoch ein, dass dies abhängig ist "von den Speicherpreisen, dem Erfolg von Qimonda und unseren eigenen Finanzplanungen".
Den Standort Dresden mit 2300 Beschäftigten hält Ziebart vorerst für gesichert. "Ich rechne damit, dass Dresden in den nächsten fünf bis zehn Jahren zumindest auf dem bisherigen Niveau Logikchips weiter produziert." Neben Logikchips fertigt das Dresdner Infineon- Werk auch noch Speicherchips im Auftrag von Qimonda. Ziebart zufolge entfallen zwei Drittel der Produktion in Dresden auf Logikchips, der Rest auf Qimonda. Diese Auftragsfertigung soll mittelfristig durch Logikchips ersetzt werden. (dpa) / (anw)