iPod röhrt russisch
SonicGear präsentiert auf der IFA iPod-Verstärker in hochglänzender Röhrentechnik. Die Röhren stammen aus laufender russischer Fertigung; die Ersatzteilversorgung ist also sichergestellt, solange es Gitarrenverstärker gibt.
Optisch wie klanglich ansprechende Audio-Komponenten für iPod & Co. präsentiert SonicGear aus Singapur (Halle 2.1/105): Die Aktivlautsprecher und Vorverstärker in Hochglanzlack schwarz oder weiß sind in zum Teil "historischer" Röhrentechnik ausgeführt. Der "i-steroid" beispielsweise verwendet eine 6N2P (russische 12AX7) in der Vorstufe sowie vier 6P3S-E (6L6GC) in der Endstufe und erreicht damit eine Nennausgangsleistung von rund 2 × 15 W. Das mag in Anbetracht der ansonsten zu findenden PMPO-Fantasiewerte bescheiden klingen, Kenner wissen jedoch um die "milden" Übersteuerungseigenschaften von Röhrenendstufen, womit eine Röhrenendstufe deutlich "lauter" klingen kann als ein Halbleiter-Pendant. Der i-steroid soll rund 400 US-Dollar kosten. Ein iPod-Cradle mit Röhrenvorstufe und Transistor-Endverstärker soll für 250 US-Dollar auf den Markt kommen.
Die Röhren stammen aus laufender russischer Fertigung; die Ersatzteilversorgung ist also sichergestellt, solange es Gitarrenverstärker gibt. Für Nostalgiker hat die Firma auch neu gefertigte Röhrenempfänger im Dampfradiodesign im Programm, die sich dank Cinch-Eingang als "Aktivlautsprecher" betreiben lassen – stilecht mit einem "magischen Band" (EM84) als Aussteuerungs- und Feldstärkeanzeige. Im Unterschied zu historischen Geräten empfangen die Radios auch FM-Frequenzen oberhalb von 100 MHz. Im Programm sind verschiedene Versionen mit Transistor- oder Röhrentuner, aber immer mit Röhrenendstufe. (cm)