Legale Musikdownloads nehmen in Großbritannien zu, unautorisierte auch

Die Marktforscher von Entertainment Media Research haben festgestellt, dass sich die Briten mittlerweile weniger vor den juristischen Konsequenzen aus illegalem Musiktausch fürchten als noch im vorigen Jahr.

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Musik wird von Briten meistens gehört, wenn sie sich geistig anregen wollen, wenn sie traurig sind, bevor sie auf die Piste gehen oder um eine romantische Atmosphäre zu schaffen. Das haben die Marktforscher von Entertainment Media Research für ihre Studie Music & Brands (PDF-Datei) durch Befragung von 707 Briten im Alter ab 15 herausgefunden. Für die Musikindustrie dürften die Ergebnisse einer anderen Befragung interessanter sein. Aus The 2007 Digital Music Survey der gleichen Marktforscher geht hervor, dass der legale Download von digitalen Musikstücken zwar weiter im Trend ist, aber bei einer niedrigeren Wachstumsrate als zuvor. Gleichzeitig sei die Bereitschaft für unautorisierte Downloads in Großbritannien wieder angestiegen.

58 Prozent der für die Studie befragten 1700 Personen haben angegeben, dass sie wenigstens einmal für einen legalen Download gezahlt haben. Voriges Jahr seien es noch 50 Prozent gewesen und 2005 35 Prozent. Die Marktforscher errechnen daraus eine aktuelle Wachstumsrate von 15 Prozent unter den "legalen Downloadern", während sie im Jahr zuvor noch 40 Prozent betragen habe. 2006 haben 45 Prozent von ihnen als Argument für einen Download einen günstigeren Preis gegenüber den Kosten für eine CD angegeben, in der aktuellen Studie wurde das Argument von 31 Prozent verwendet. 84 Prozent der Befragten befürworten, dass ältere Musikstücke günstiger zu haben sein sollten, 48 Prozent wären bereit, für Neuerscheinungen vergleichsweise mehr zu zahlen.

2005 betrug der Anteil der Befragten, die bereits Musikstücke unautorisiert erworben haben, 40 Prozent. Im Jahr darauf war dieser Anteil auf 36 Prozent gefallen, doch in der aktuellen Studie beträgt er 43 Prozent. 18 Prozent haben dazu noch angegeben, sie würden künftiger noch öfter illegal Musik beschaffen. Als Ursache für die Unbeschwertheit sehen die Marktforscher die abnehmende Angst vor Verfolgung. Während 42 Prozent der Befragten 2006 gesagt haben, sie würden aus Angst vor den juristischen Konsequenzen weniger unautorisierte Downloads in Gang setzen, sagten dies in der neuesten Studie nur noch 33 Prozent. (anw)