Online-Vertrieb von Filmen per DVD-on-Demand
Mit DVD-on-Demand will Sonic den Online-Vertrieb von Filmen ankurbeln. Kunden sollen zukĂĽnftig Filme von Online-Shops direkt auf DVD-Rohlinge brennen.
Sonic hat auf der IFA (Halle 26, Stand 21) sein neues DVD-on-Demand-System vorgestellt. Es soll Filmstudios die Möglichkeit geben, ihre Filme online zu vertreiben, sodass Kunden sie direkt auf DVD-Rohlinge brennen können. Mit dem System könne man sowohl kleine Serien von Video-DVDs nach Bedarf der Händler produzieren, Filme über Kiosk-Systeme in Läden verkaufen oder sogar den Kunden die Möglichkeit geben, Filme direkt aus dem Internet zu laden und daheim auf DVD-Rohlingen zu bannen. Die so hergestellten DVDs sind wie gepresste DVD-ROMs per CSS kopiergeschützt. Es könnten aber auch zusätzliche Kopierschutzsysteme zum Einsatz kommen.
Als großen Vorteil preist Sonic, dass Händler mit Kiosk-Systemen weniger Lagerplatz für DVDs vorhalten müssten und Filmstudios wesentlich einfacher ältere Katalog-Titel veröffentlichen könnten. Als Beispiel nannte Sonic das Filmstudio Warner, das von seinem gesamten Filmrepertoir von über 6000 Titeln bisher lediglich 1300 auf DVD veröffentlicht habe; der Rest schlummere in den Archiven.
An einen DVD-on-Demand-Kiosk könnten Kunden am Bildschirm ihren Film aussuchen, diesen von einem Online-Server der Filmstudios laden und auf einen DVD-Rohling brennen. Die gebrannte DVD könne man anschließend zu Haus bedrucken. Damit die gebrannten DVDs auch genauso kopiergeschützt sind wie die Medien aus den Presswerken, benötigen die Kioske spezielle Rohlinge und Brenner, die den CSS-Code mit auf die Disc schreiben.
Sonic konnte jedoch noch keine Details nennen, ob das System mit dem DVD-Plus- oder DVD-Minus-Format zusammenarbeite. Bei einer normalen DVD-R wird der Bereich des CSS-Codes bereits bei der Herstellung vorbeschrieben, sodass keine 1:1-Kopien von Video-DVDs erstellt werden können. Bei der DVD+R verhindert die Laufwerksfirmware CSS-geschützte Kopien.
In jedem Fall benötigt man spezielle Rohlinge: TDK arbeitet bereits an diesen neuen Formaten und will sie im nächsten Jahr auf den Markt bringen. Bei den DVD-Brennern könne man laut Sonic theoretisch etwa 50 Prozent aller DVD-Brenner per Firmware-Update fit für DVD-on-Demand machen. Ob die Hersteller allerdings Firmware-Updates für alte Laufwerke liefern werden, bleibt abzuwarten.
Sonic verspricht, dass gebrannte DVDs zu 100 Prozent kompatibel mit allen Playern seien. Der Hersteller machte jedoch keinerlei Aussagen, ob das System nur mit Single-Layer- oder auch mit Dual-Layer-Rohlingen zusammenarbeitet. Derzeit haben noch viele Laufwerke Probleme mit gebrannten DL-Rohlingen.
Sonic selbst wird keine Kiosk-Systeme produzieren, sondern die Technik anderen Herstellern anbieten. Das System arbeitet mit einem Authorscript, mit dem man den Film mit dem Kopierschutz sowie verschiedenen Tonspuren, Zusatzfeatures und Menüs versehen kann. Endkunden würden für zuhause eine spezielle Client-Software bekommen, die die Filmadaten aus dem Internet lädt, verschlüsselt und direkt auf einen Rohling brennt. Erste Kiosk-Systeme könnten bereits Anfang nächsten Jahres aufgestellt werden, mit ersten Systemen für Endkunden rechnet Sonic Ende 2007. (hag)