Cebit

Roaming-Discounter mit Zusatzfeatures

Zwei kanadische Firmen zeigen Lösungen für preiswertes internationales Mobilfunk-Roaming.

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Nach wie vor verlangen die meisten Mobilfunk-Anbieter erstaunlich hohe Gebühren für Auslandsgespräche und Roaming-Verbindungen. Das schafft Raum für immer mehr Nischenanbieter, die mit Callthrough- oder Callback-Diensten substanzielle Einsparungen versprechen. Dazu gehören auch die kanadischen Firmen EcoCarrier und QiiQ (beide Halle 13, am Gemeinschaftsstand Canada Wireless City C33). Ihre Produkte warten mit einigen Zusatzfeatures auf.

Bei klassischen Callback-Anbietern ruft man zunächst eine bestimmte Nummer an, legt auf, und wartet auf den automatischen Rückruf eines Computers, dem man dann die Zielrufnummer mitteilt. Beim Callback-Produkt Eco123 kann man den Rückruf aber auch per HTTP-Request (via WAP-Browser oder einer eigenen Java-Applikation), SMS-Anforderung oder E-Mail auslösen. Dabei schickt man gleich die Zielrufnummern mit und muss sie nicht mehr bei der Verbindungsherstellung eintippen. Wiederverkäufer können Eco123 mit eigener Marke und eigenen Tarifen anbieten.

Um Roaming-Kosten zu senken, setzen die Kanadier auf eine Kombination aus eigener SIM-Karte und ihrem Callback-Verfahren. Der Nutzer wählt am Handy normal die Zielrufnummer, der Rufaufbau wird jedoch stets mit einer zu ignorierenden Fehlermeldung abgebrochen. Wenige Sekunden später trifft der Rückruf des Computers ein, der auch gleich mit der zuvor angewählten Nummer verbindet. Über die aufgelaufenen Kosten und das verbleibende Guthaben wird der User nach Verbindungsende per SMS informiert.

Mit der Airello RoamSIM ist man unter einer britischen Mobilrufnummer in 95 Staaten erreichbar und zahlt in über 65 Ländern keine Passivgebühren für eintreffende Anrufe (darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz). Aktivgespräche sind ab 21 US-Cent (16 Euro-Cent) pro Minute möglich und damit regelmäßig billiger, als das von der EU angepeilten Preislimit von 50 Euro-Cent plus Umsatzsteuer. Gegen Aufpreis kann man sich auch eine Rufnummer aus einem von rund 50 anderen Ländern zulegen, zahlt dann aber für Passivgespräche 35 US-Cent (26 Euro-Cent) pro Minute. Das Schwesterprodukt SafariSim kommt standardmäßig mit einer günstiger erreichbaren kanadischen Rufnummer und funktioniert mit Passsivgebühren in 185 Ländern. Beide Karten zeichnen sich allerdings bei Nutzung in Nordamerika durch prohibitive Gebühren aus. Für diesen Kontinent bereiten QiiQ und EcoCarrier ein eigenes Roaming-Produkt vor.

Außerdem vetreiben die Firmen Dual-Working-Handys. Diese neue Gattung von Mobiltelefonen bietet Platz für zwei SIM-Karten, die beide gleichzeitig aktiv sind. So kann man mit einem Handy in zwei Netzen erreichbar sein und für jedes Gespräch ohne Umschaltvorgang den günstigeren Betreiber wechseln. Für ewa 300 US-Dollar (225 Euro) soll es das Quadband-Modell Q-DualSIM-GSM mit 1,3-Megapixel-Kamera sowie das schickere Schiebehandy Q-DualSIM-GSM KP (Dual-Band) geben. Angekündigt ist zudem das Q-2SIM-WiFI-Fone, das neben Quad-Band-GSM mit zwei aktiven SIM-Karten auch den WLAN-Standard 802.11b und Bluetooth 1.2 spricht. Die damit möglichen VoIP-Verbindungen verheißen zusätzliche Einsparungen.

Auf der CeBIT werden noch weitere Dual-Working-Handys ausgestellt, etwa von QoolLabs (Halle 2, Stand C08) oder Yuer (Halle 11, Stand F32). Zu den ausstellenden Anbietern von SIM-Karten ohne Passivgebühren zählen auch UK SIM (Halle 25, Stand C22) und Eko Mobile (Halle 25, Stand C01). (Daniel AJ Sokolov) / (ad)