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Finale des Roboterbauwettbewerbs Roboking

Am heutigen Sonntag fand auf der CeBIT das Finale des Roboterbauwettbewerbs Roboking 2007 statt und konnte das Publikum mit spannenden Wettkämpfen und ausgefeilten Konstruktionen begeistern.

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Ein Steinschlag im Gebirge hatte dem König den Heimweg durch das dunkle Tal versperrt. Wer den Weg am schnellsten frei räumt, dem ist nicht nur der Dank des Königs sicher, sondern auch der Titel RoboKing 2007. Das Finale des von der Technischen Universität Chemnitz ausgeschriebene Roboterbauwettbewerbs fand am heutigen Sonntag auf der CeBIT in der Halle 19 Stand B35 statt.

Hinter der märchenhaft klingenden Aufgabe verbarg sich für die Schülerteams eine hart zu knackende Nuss: Zu Spielbeginn mussten die Roboter Tennisbälle von einer Rampe herunter schubsen, die in der Mitte des Spielfeldes die Tischtennisbälle (Felsbrocken) anstoßen und dadurch den Steinschlag auf der gegnerischen Spielfeldseite auslösen. Anschließend galt es, die eigene Hälfte von den Tischtennisbällen befreien. Dazu konnten die Roboter die Bälle entweder zurück zum Gegner befördern oder in eine "Schlucht" in der eigenen Spielfeldhälfte werfen. Zum Spielende bekamen jedes Team pro Tischtennisball im eigenen Spielfeld Punktabzug, für Bälle in der Grube gab es dagegen Pluspunkte.

Das Finale bestritten die Teams aus Hamburg und Berlin gegeneinander. Nach einem spannenden Hin- und Rückspiel konnte das Team aus Hamburg den Sieg zum zweiten Mal in Folge für sich verbuchen. Die Enttäuschung über den verpassten Sieg dürfte sich bei den Berlinern jedoch in Grenzen halten. Die gemeinsame Webseite beider Mannschaften zeugt eher von Teamgeist als von knallharter Konkurrenz.

Das Duell um Platz drei entpuppte sich als sehr enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Robotrixern aus Buxtehude und das Team Robofaber aus Erlenbach. Nach den Hin- und Rückspielen stand es zunächst unentschieden. Erst durch ein drittes Match konnten sich die Robotrixer die Bronzemedaille sichern. Das Schweizer Team, das beim Vorentscheid des Roboterwettbewerbs die 41 anderen Schülerteams aus Deutschland ausgestochen hatte, erreichte bei den heutigen Finalläufen den sechsten Platz in der Gesamtwertung.

Mindestens ebenso steinig wie der Weg des Königs war für die Teilnehmer der Weg in das RoboKing-Finale auf der CeBIT: Am 25. und 26. November 2006 fand an der TU Chemnitz die RoboKing-Qualifikationsrunde statt, bei der sich von insgesamt 47 Schülerteams aus ganz Deutschland und der Schweiz letztlich 16 Teams für die Finalrunde auf der CeBIT qualifizieren konnten.

Die Arbeitsgrundlage waren auch in diesem Jahr mehrere PDF-Dokumente, die detailliert Spielfeld, Aufgabe und wichtige Bauteile wie Mikrocontroller oder Motoren beschreiben. Wichtigste Einschränkung für die Roboter war die Verwendung eines einzigen 8-Bit-Controllers oder -Prozessors. Wie auch im vergangenen Jahr wurde der Kreativität der Schüler darüber hinaus kaum Grenzen gesetzt.

Entsprechend tummelten sich auf dem Spielfeld Roboter die schaufelten, saugten, fegten oder die Tischtennisbälle entweder in die eigene Grube oder zurück in das gegnerische Spielfeld schossen, um dem Kontrahenten damit Strafpunkte aufs Auge zu drücken. An Baumaterialien nutzen die Teams von Acrylglas, Staubsaugermotoren, Rundbürsten oder Kunststoffwasserrohren beinahe alles, was man im Haushält und Baummärkten auftreiben – und vor allem zweckentfremden – kann.

Nachdem der König nach dem Finale sicher im Schloss ankam, erwartet er für das kommende Jahr nun Belustigung durch Ritterspiele. Die detaillierte Aufgabe für den kommenden Wettbewerb hat die TU Chemnitz bereits auf ihrer Webseite veröffentlicht. Wer bei beim Roboking 2008 teilnehmen möchte, kann bis zum 15. Mai online seine Bewerbung einreichen. Die diesjährige Qualifikationsrunde wird am 24. und am 25. November 2007 in Chemnitz stattfinden. Das Finale soll dann im kommenden Frühjahr ausgetragen werden. (spo)