Ivy-Bridge-Prozessoren stark gefragt – Top-Modelle aber unzureichend verfügbar
Intels neue Ivy-Bridge-Generation ist bereits stark gefragt, speziell die Highend-Modelle sind aber nicht in ausreichenden Stückzahlen lieferbar. Dollarbedingt tendieren die HEKs fast durchgängig um rund fünf Prozent nach oben. Aktuell wartet der Markt auf die noch ausstehende Preissenkung der Sandy-Bridge-Prozessoren.
Knapp vier Wochen nach Markteinführung hat sich die Liefersituation bei Intels neuen Ivy-Bridge-Prozessoren nur bedingt verbessert. "Die Nachfrage insbesondere nach den Highend-Produkten i7-3770 und i7-3770k ist sehr gut", erklärt Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution. "Allerdings sind diese CPUs derzeit schlecht verfügbar, ohne Aussicht auf kurzfristige Verbesserung. Im Entry-Level sind Ivy-Bridge-Prozessoren hingegen in ausreichenden Mengen verfügbar." Mit am besten lieferfähig sind der i5-3450 (3,1 GHz) und i5-3550 (3,3 GHz) die in der Broadline-Distribution ab rund 154 bzw. 168 Euro kosten.
Im 4-Wochen-Rückblick ist der durchschnittliche Angebotspreis im Online-Handel um zirka 13 Prozent gestiegen.
Preislich sind beide Modelle im 4-Wochen-Rückblick um zirka fünf Prozent teurer geworden. Damit liegen die Chips aber im allgemeinen Trend. Seit Ende April haben sich die HEKs im Schnitt um vier bis sechs Prozent nach oben orientiert. Eine Tendenz, die auch für fast alle AMD-CPUs gilt. Wobei ein Großteil der Bewegung auch dem Dollarkurs anzulasten ist.
Internet-Berichten zufolge bedrängen vor allem Mainboard-Hersteller Intel die Sandy-Bridge-Preise zu senken. Bedingt durch die Wirtschaftskrise sei in Europa die Nachfrage spürbar zurückgegangen. Mit günstigeren Preisen hofft man nun diesem Trend entgegenwirken zu können. Gleichzeitig erhoffen sich die Hersteller mit günstigen Sandy-Bridge-Mainboards und -Prozessoren gute Geschäfte in den so genannten Emerging Markets wie Brasilien, China und Südostasien. Laut dem Branchendienst Digitimes wollen Asus und Gigabyte im zweiten Quartal 5,5 bzw. bis zu 4,6 Millionen Motherboards ausliefern. Eine Preissenkung wäre diesem Vorhaben natürlich zuträglich.
Von Intel gibt es bis dato keine Stellungnahme. Marktbeobachter werten es als eher untypisch, dass noch keine Preisanpassung vorgenommen wurde. Zumindest hierzulande wäre sie aufgrund der relativ guten Nachfrage im Prinzip auch (noch) nicht nötig. Insider gehen aber davon aus, dass Intel noch im zweiten Quartal aktiv wird.
Der durchschnittliche Angebotspreis im Online-Handel ist im heise resale Preisradar im Vergleich zur Vorwoche um 3,7 Prozent auf aktuell 161,90 Euro (brutto) gestiegen. Gegenüber der KW 18 entspricht dies zudem einer Steigerung von rund 13 Prozent. Das Ranking ist fest in Intel-Hand. Am meisten gesucht sind der i5-3570K (208,88 Euro brutto), i7-3450K (169,60 Euro), i7-3770K (308,49 Euro) und der i5-2500K (182 Euro). Der gefragteste AMD-Prozessor ist der Phenom II X4 965 Black Edition (88,90 Euro)
Starkes Interesse an Z77-Mainboards
Auf Motherboard-Seite hat der Handel bereits eine breite Auswahl. "Z77-Mainboards sind schon seit einigen Wochen von allen bedeutenden Herstellern verfügbar", bestätigt Ingram-Manager Gerken. Zuletzt hatte unter anderem MSI mit dem Z77A-GD80 eine Highend-Gaming-Platine mit Z77-Chipsatz und integrierter Thunderbolt-Schnittstelle offiziell vorgestellt. Also Actebis listet das Board beispielsweise zu einem HEK von knapp 209 Euro.
Bei der Preisbeobachtung unterstützten uns:
Also-Actebis AG
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH
Im heise resale Preisradar sind die vordersten zehn Plätze im Ranking der meistgesuchten Mainboards allesamt von Z77-Platinen belegt. Den Spitzenplatz belegt das ASRock Z77 Extreme4 (21,95 Euro) – ein Produkt aus der mittleren Preisregion.
Für Juni rechnet die Distribution mit einer anhaltend guten Nachfrage. Sandy-Bridge-Prozessoren sind über alle Typen hinweg gut verfügbar. Dies soll auch in den kommenden Wochen so bleiben. Intels Ivy-Bridge-CPUs der i7-Klasse sind dagegen nur schlecht erhältlich. Eine Besserung ist bis auf weiteres nicht in Sicht. (map)