Texanischer Stromkonzern setzt auf Powerline Communications
Der Energielieferant TXU setzt die Technik zur Fernwartung seines Stromnetzes ein und will zudem zusammen mit Current in der Zwei-Millionen-Region Fort Worth mit Breitband-Internet aus der Steckdose die Preise der Telcos unterbieten.
Der texanische Energieversorger TXU will mit Powerline Communications (PLC) sein Stromnetz zum "Smart Grid" aufrüsten. Dieses "intelligente Netz" soll zum einen das Management des Stromnetzes erleichtern und Störungsmeldungen in Echtzeit in die Zentrale übertragen sowie Funktionen wie die Fernablesung der Verbrauchszähler ermöglichen. Zum anderen will TXU in Kooperation mit dem auf PLC spezialisierten Telecom-Anbieter Current Communications seinen Stromkunden breitbandige Internet-Zugänge und Voice-over-IP bieten. Rund zwei Millionen Menschen in der Region Dallas und Fort Worth sollen mittels eines Adapters den Zugang über jede beliebige Steckdose im Haus erhalten und über die heimischen Stromstrippen auch ein LAN betreiben können.
Die Betreiber wollen mit dem Service das Preis-/Leistungsverhältnis von Angeboten der Kabel-TV-Netzbetreiber übertreffen. Allerdings enthält eine Pressemitteilung von Current keine konkreten Angaben zu Bandbreiten, Preisen und Verfügbarkeit des Dienstes. Current hebt hervor, dass die Internet-Anbindung symmetrisch ist und sich daher besonders für Bewegtbildübertragungen in beide Richtungen eignet, zum Beispiel zum Einsatz für Videokonferenzen in Kleinbetrieben. Mit verschiedenen Datenraten und Preismodellen will der Betreiber das Angebotsspektrum für private Nutzer sowie Homeoffices und Kleinbetriebe abdecken.
In Europa konnte sich Powerline als Internet-Zugangstechnologie bisher nicht im Markt etablieren. Aus technischer Sicht erscheinen Störungen von Funkanwendungen problematisch. Nach einigen, mit Vorschusslorbeeren versehenen Pilotprojekten hatten sich die Stromversorger wie die MVV von ihren Powerline-Aktivitäten getrennt. Im vergangenen Jahr wurde Powerline verstärkt als Technik zur heimischen In-house-Vernetzung von Rechnern und Unterhaltungselektronik entdeckt: Anbieter versprechen Brutto-Datenraten von 200 MBit/s und weisen darauf hin, dass die Technik dank Quality-of-Service (QoS, IEEE 802.1p) besonders gut für Zwei-Wege-Videoübertragung geeignet sei. (ssu)