Pitney Bowes' IT-Auslagerungspläne stoßen auf Widerstand

Der Postausrüster will 200 IT-Arbeitsplätze auslagern. Einige der Betroffenen haben nun den Generalstaatsanwalt von Connecticut eingeschaltet.

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Der im US-Bundesstaat Connecticut ansässige größte Frankiermaschinen-Hersteller der Welt, Pitney Bowes (PB), will 200 IT-Arbeitsplätze auslagern. Sie sollen unter die Obhut des indischen Dienstleisters Wipro Technologies kommen, heißt es in US-Medienberichten. Die Hälfte der 200 Mitarbeiter soll künftig weiterhin für PB Aufgaben erledigen, die andere Hälfte auch für andere Firmen zur Verfügung stehen. Das bedeutet, sie müssten unter Umständen in einer anderen Stadt arbeiten als in Stamford, Danbury und Shelton sowie in Colonie (New York). Ihnen droht die Entlassung, wenn sie sich weigern, für andere Firmen zu arbeiten oder wenn sie in den Augen von Wipro nicht mehr gebraucht werden. Mitarbeitern, die innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten der Outsourcing-Vereinbarung im September entlassen werden, steht eine Abfindung zu.

Pitney Bowes hatte Mitte Juli eine "Worker Adjustment and Retraining Act notice" (WARN) eingereicht. Das zugrundliegende Gesetz schreibt in Connecticut vor, dass ein Unternehmen Entlassungen von mindestens 100 Mitarbeitern 60 Tage vorher dem Arbeitsministerium melden muss. Nun haben sich etwa zehn betroffene Pitney-Bowes-Mitarbeiter bei Connecticuts Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal beschwert. Er soll überprüfen, ob ihr bisheriger Arbeitgeber die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten hat. Er zeigte sich besorgt darüber, dass PB-Mitarbeiter, die nicht zu Wipro wechseln wollen, möglicherweise keine Arbeitslosenunterstützung bekommen.

PB rechtfertigt die Auslagerung laut New York Times mit Kostenersparnissen. Das Unternehmen könne von Wipro die gleiche Qualität und die gleichen Dienstleistungen für weniger Geld bekommen, als wenn es selbst die Aufgaben erledigen würde, wird ein Sprecher zitiert. Im vergangenen Quartal zeigte sich Pitney Bowes solide: Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich von 1,39 Milliarden auf 1,54 Milliarden US-Dollar an. Dem Verlust von 356 Millionen US-Dollar vor einem Jahr steht nun ein Gewinn von 152 Millionen US-Dollar gegenüber. (anw)