Samsung mit deutschem Marktanteil unzufrieden

Der koreanische Handyhersteller sieht Defizite beim europäischen Marktauftritt und will mit Multimedia und prominenter Unterstützung wieder für Aufschwung sorgen.

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Beyoncé soll es richten. Der koreanische Elektronikkonzern Samsung will seinem stagnierenden Handy-Geschäft in Deutschland neues Leben einhauchen und setzt in der Kommunikation auf prominente Künstler wie die US-amerikanische R&B-Sängerin, die Samsungs Kompetenz bei Multimedia-Handys stärker betonen sollen. Denn der Marktanteil von Samsung, einst angetreten, Motorola vom zweiten Platz der Weltmarktführer zu vertreiben, liegt vor allem in Deutschland mit rund 12 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Das soll sich nun dank neuer Geräte mit Musikfunktion und Megapixel-Kamera ändern, sagte Samsungs Marketing-Chef David Steel der Financial Times Deutschland (FTD).

In Samsungs bisherigem Schwerpunkt-Segment der hochpreisigen Business-Handys hat sich der Boom der vergangenen Jahre auf westlichen Märkten spürbar abgekühlt. Hohe Wachstumsraten versprechen derzeit Länder in Asien und Afrika, in den allerdings zuerst die Nachfrage nach billigen Einsteiger-Handys gestillt werden soll. Nokia, Motorola und Sony Ericsson reagieren darauf mit eigenen Modellen für die neuen Märkte. Diesen Weg will Samsung aber offenbar nicht gehen. Es wäre falsch, sich mit wahllos produzierten Billig-Handys Marktanteile in den Schwellenländern zu sichern, wenn Durchschnittspreis und Margen darunter leiden, so Steel gegenüber der Zeitung.

Die Koreaner wollen weiter in der Handy-Oberklasse spielen, aber mit mehr Musik. Die Kunden verlangten zunehmend nach Multimedia-Funktionen, hochwertigen Kameras oder GPS. Hier habe Samsung bisher keine Schwerpunkte gesetzt, räumt Steel ein und will nun mit prominenter Hilfe und einer klaren Werbeaussage Samsungs Image in diesem Bereich schärfen. Zudem will der Hersteller mehr mit Netzbetreibern und Handel reden sowie den Service verbessern. (vbr)