Handy-Orchideen
Einige Mobiltelefon-Hersteller suchen auf der CeBIT mit technischen Extras oder ausgefallenem Design nach MarktlĂĽcken.
Wenn auch mehrere große Handyhersteller auf der diesjährigen CeBIT fehlen, ist doch eine erstaunliche Zahl kleiner Anbieter auf verschiedene Hallen verstreut. Sie suchen mit technischen Extras oder ausgefallenem Design nach Marktlücken.
Mit "eher leistbaren" Luxushandys drängt das niederländische Unternehmen Bellperre (Halle 25, Stand D27) auf den Markt. Die strikt quaderförmigen Gehäuse der Mobiltelefone sollen "ohne Plastik" auskommen. Durch den Einsatz hochwertigen Stahls und Holzes sowie Edelmetalls sollen sie zahlungskräftige Kundschaft anlocken. Ab 1300 Euro kann man zugreifen. Bellperre möchte seine Geräte zwischen die Nokia-Edelmarke Vertu und die gängigen Oberklasse-Modelle platzieren. Sobald Distributoren gefunden sind, soll die Produktion anlaufen. Der Verkauf soll über unabhängige Geschäfte, nicht aber über den bei Vertu etablierten Juwelenhandel laufen.
Shanghai Sunplus Communication (Halle 25, Stand D10/1) zeigt neben dem Dual-SIM-Gerät B5109C mit iPod-Interface und Fingerabdruckscanner auch das einfachere Handy B2711C mit Sprechfunk. Bis zu drei Kilometer soll man damit funken können. Welcher Standard und welcher Frequenzbereich dabei genutzt werden, war nicht unmittelbar zu erfahren. Heavy-User könnten am A5701C gefallen finden. Es weist laut Hersteller eine rekordverdächtige Standby-Dauer von 400 bis 700 Stunden auf, was fast einem Monat entspricht. Die Gesprächsdauer des mit 112 mm × 50 mm × 14,5 mm handlichen Mobiltelefons wird mit fünf bis zehn Stunden angegeben.
Für Retro-Fans hat DNET (Halle 26, Stand C67-1B) die Apparate DS607 und DS608 gestaltet. Sie gemahnen äußerlich an die klobigen Handys der 1980er-Jahre, sind aber kleiner und erheblich leichter. Außerdem verfügen sie über Farbdisplays und diverse Multimedia-Funktionen. Zu sehen gibt es bei DNET auch zwei Dual-SIM-Modelle mit Handschrifterkennung (DS500D, DS501).
Unter Linux läuft der Handy-PDA E700 von ZTE, verzichtet deswegen aber nicht auf Anzeigeprogramme für MS Word, Powerpoint und Excel. Neben A-GPS ist eine Kamera mit bescheidener Auflösung eingebaut, die die Erkennung von QR Code (2D-Barcodes) unterstützt. Technisch wesentlich umfangreicher ausgestattet ist das Windows-Mobile-Modell F969. Neben GSM, GPRS und EDGE spricht es auch UMTS und HSDPA (bis 7,2 MBit/s Download). (Daniel AJ Sokolov ) (anw)