Infineon entlässt Finanzvorstand und holt Fischl aus dem Ruhestand

Nach nur drei Monaten im Amt muss Rüdiger Günther den Chiphersteller wieder verlassen. Den Posten des Finanzchefs übernimmt vorübergehend sein in den Ruhestand gegangener Vorgänger.

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  • dpa

Nach der Abberufung von Infineon-Finanzvorstand Rüdiger Günther kehrt Vorgänger Peter Fischl aus dem Ruhestand auf seinen alten Posten zurück. Der Aufsichtsrat habe sich entschieden, Günther "auf Grund der nicht zu überbrückenden Differenzen" nach nur drei Monaten im Amt mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zu entbinden, teilte Infineon am heutigen Montag in München mit. Der Aufsichtsrat hatte Günther bereits in der vergangenen Woche den Abschied nahegelegt. Fischl werde das Finanzressort vorübergehend führen, bis ein Nachfolger gefunden ist, hieß es. Er war bereits seit der Ausgliederung von Infineon aus dem Siemens-Konzern Finanzvorstand. Im Mai ging er in den Ruhestand.

Die geplante Trennung von Günther war bereits in der vergangenen Woche bekannt geworden. Neben einem ruppigen Führungsstil wurde dem Ex-Chef des Landmaschinen-Herstellers Claas laut Branchenkreisen vorgeworfen, nicht gut genug mit den Besonderheiten der Chipbranche vertraut zu sein. Daher drang der Aufsichtsrat auf eine Trennung. Die Verhandlungen über eine Trennung in beiderseitigem Einvernehmen und über eine Abfindung scheiterten aber. Daher entschied sich der Aufsichtsrat nun für die Abberufung. Infineon wollte sich am Montag nicht zu den Hintergründen der Trennung äußern.

Im Umfeld des Konzerns wurde betont, dass Fischl nicht auf längere Zeit zurückkehren will. Wer auf Dauer Nachfolger wird, ist offen. Ursprünglich hatte der Konzern laut Branchenkreisen eine interne Lösung favorisiert, da man mit einem Externen keine guten Erfahrungen gemacht habe. Allerdings konnte Infineon nach der erwarteten Trennung von Günther nun keinen Kandidaten aus dem eigenen Haus präsentieren. Daher gilt inzwischen auch ein neuer Versuch mit einem Kandidaten von außen als vorstellbar. (dpa) / (vbr)