Service- und Callcenter im Nordosten suchen Arbeitskräfte
In der Branche sind in Mecklenburg-Vorpommern nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 10.000 Menschen tätig; kurzfristig werden laut Branchenverband 1.500 Mitarbeiter gesucht.
Die Service- und Callcenterbranche im Nordosten sucht qualifizierte Arbeitskräfte. "Landesweit werden kurzfristig rund 1.500 Beschäftigte gesucht, vor allem in Rostock, Greifswald, Stralsund, Neubrandenburg und Schwerin", sagte der Vorsitzende der Telemarketinginitiative Mecklenburg-Vorpommern, Wolfgang Kolley, der dpa am Rande des ersten Service-Centertages in Neubrandenburg. In der Branche sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 10.000 Menschen tätig.
Die landesweit rund 100 Firmen sind laut Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) längst keine reine Telefonauskunft mehr. "Es geht immer mehr um Auslagerung von Diensten aus Firmen, wie Buchhaltung, Telefonmarketing oder die Bearbeitung von Versicherungspolicen." Manche Service-Center beschäftigten bereits qualifizierte Computerspezialisten, die telefonisch den Internetservice für Internetbetreiber übernähmen.
Für Mecklenburg-Vorpommern als einen führenden Standort in Deutschland spreche vor allem das gute Hochdeutsch als Sprache, das im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrigere Lohnniveau, eine qualifizierte Ausbildung und die Investitionsförderung, erklärte Harray Wassermann als Vorstandsvorsitzender der SNT Deutschland AG (Frankfurt/Main), die in Neubrandenburg rund 400, bundesweit rund 3.500 Menschen beschäftigt. In seiner Firma seien rund 40 Prozent aller Dienstleistungen Tätigkeiten von Sachbearbeitern wie beispielsweise Inkassoleistungen.
Um die wachsenden Anforderungen an Mitarbeiter zu leisten, hat die Branche inzwischen zwei Ausbildungsgänge gestartet. Laut Kolley reichten mitunter neun Monate Einarbeitung bei komplizierten Sachverhalten nicht mehr aus. Ebnet zufolge liegt die Bezahlung in der Branche mit rund 1.600 Euro brutto deutlich über anderen Branchen wie bei Verkäuferinnen oder Frisören.
Am Rande des Servicetages überreichte Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) den 10.000sten Arbeitsvertrag der Branche an eine Mitarbeiterin der SNT. Das Unternehmen hatte 2005 einen Umsatz von rund 157 Millionen Euro und will in Neubrandenburg weiter wachsen. (dpa) / (jk)