Marktforscher: In Zukunft mehr Linux auf Smartphones

Nokia und SymbianOS sind die Platzhirsche auf dem Smartphone-Markt. Doch Analysten zufolge droht dem beliebten Betriebssystem zunehmend Konkurrenz aus dem Linux-Lager.

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Über die Hälfte aller 2006 verkauften Smartphones kamen aus Finnland. Einem Branchen-Report des Marktforschungsunternehmens ABI Research zufolge waren 40 Millionen der insgesamt 70,9 Millionen im vergangenen Jahr verkauften Smartphones von Nokia; die Finnen haben damit einen Marktanteil von 56,4 Prozent. Motorola folgt als Nummer zwei mit großem Abstand und einem Marktanteil von 8,5 Prozent. Bei den Betriebssystemen in SymbianOS mit 73 Prozent Marktanteil immer noch eine große Nummer, doch sei das erfolgsverwöhnte System weiterhin unter steigendem Druck – unter anderem von Linux.

Kunden erwarten von ihrem Smartphone zusätzlich zu den klassischen Business-Anwendungen auch Features wie MP3-Player, WLAN oder gute Kameras. Steigende Anforderungen verlangen nach schnellen Prozessoren, mehr Speicher und leistungsfähiger Software. Bei gleichzeitig fallenden Durchschnittsverkaufspreisen drücken teure Weiterentwicklungen empfindlich auf die Margen. Den Marktforschern von ABI Research zufolge folgt die Branche einem zunehmenden Spartrend und setzt die Schere auch bei den Kosten für die Software an. Die jüngste Preissenkung für SymbianOS sei dafür ein deutliches Indiz.

Auch das steigende Interesse der Branche für Linux als Betriebssystem deutet auf erhöhtes Preisbewusstsein hin. So habe Motorola seine Marktposition auch dem Erfolg seiner Linux-Handys in China zu verdanken. "Die Frage ist nicht ob, sondern wann Linux Auswirkungen auf diesen Markt haben wird", meint dazu ABI-Forschungsdirektor Stuart Carlaw. Bis 2012 prophezeien die Marktforscher dem marktbeherrschenden SymbianOS einen langen Abstieg auf unter 50 Prozent Marktanteil durch zunehmende Konkurrenz von Linux und Windows Mobile. (vbr)