SIGGRAPH: Autodesk klotzt mit neuen Versionen
Auch in diesem Jahr nutzt Autodesk wieder die Chance, auf der Computergrafik-Konferenz und -Messe SIGGRAPH die kommenden Updates seiner 3D-Programme 3ds Max und Maya vorzustellen.
Autodesk stellt auch in diesem Jahr auf der 3D-Konferenz und -Messe SIGGRAPH wieder neue Versionen seiner Produkte vor. Der Nachfolger der 3D-Programm-Suite 3ds Max 9 trägt eine Jahreszahl statt einer Versionsnummer. Unter den Neuerungen in 3ds Max 2008 hebt der Hersteller den beschleunigten Objektimport hervor und die verbesserte Handhabung komplexer Szenen.
Der neue Scene Explorer bereitet die in einer Szene enthaltenen Daten hierarchisch auf. Für komplexe Szenen stellt 3ds Max neue Bearbeitungswerkzeuge bereit, darunter eine Option, ähnliche Objekte zu selektieren. Das "Adaptive Degradation System" vereinfacht die Darstellung komplexer Szenen so, dass die Software auf die Eingabe interaktiver Werkzeuge schneller reagieren kann.
Besonderes Augenmerk haben die Entwickler auf Geschwindigkeit gelegt. Der Import von DWG-Dateien soll zehn mal schneller verlaufen als bei 3ds Max 9; die Umformung von Objekten soll bis zu 60 mal schneller gehen. Das Review-Werkzeug zeigt eine Echtzeit-Vorschau der aktuellen Render-Einstellungen, um die Suche nach dem gewünschten Look zu erleichtern. Der mitgelieferte Renderer Mental Ray unterstützt jetzt Image-Based Lighting und HDRI (High Dynamic Range Image)-Lichtquellen.
Das Modelling will Autodesk ebenfalls optimiert haben, nicht zuletzt durch eine überarbeitete Bedienoberfläche. Der mitgelieferte MAXScript ProEditor soll das Scripting zur Anpassung und Automatisierung von 3ds Max erleichtern. 3ds Max 2008 soll im Oktober zunächst auf Englisch erscheinen. Der Listenpreis für das Vollprodukt beträgt 5060 Euro; das Upgrade von der Vorversion wird 1071 Euro kosten.
Auch vom 3D-Klassiker Maya zeigt Autodesk auf der Siggraph eine neue Version. Maya 2008 tritt die Nachfolge von Maya 8 an. 3ds Max ist vor allem als komplette Rendering-Lösung bekannt; Maya hingegen vor allem für seine fortgeschrittenen Modelling-Features.
Konsequenterweise liegt hier auch das Hauptaugenmerk der neuen Programmfunktionen. Die Entwickler haben die Standard-Bearbeitungswerkzeuge ausgebaut und neue Funktionen wie "Slide Edge" hinzugefügt. Polygonmodelle zeigt Maya 2008 künftig während der Bearbeitung in ihrem geglätteten Zustand. Objekte lassen sich an einer Kurve entlang positionieren und Instanzen in Objekte konvertieren.
Die interaktive Vorschau soll ebenfalls verbessert worden sein, da die Unterstützung für die Hardware-Beschleunigung aktueller Grafikkarten wesentlich erweitert wurde. Auch an Spiele-Entwickler wurde gedacht: Durch DirectX-HLSL (High Level Shader Language)-Shader sehen Texturen im Editor genauso aus wie später im Spiel.
Wie 3Ds max 10, upps, 2008, setzt auch Maya 2008 zum Rendering auf Mental Ray 3.6 und beherrscht somit auch die erweiterten Image-Based-Rendering-Features. Ehemals nur im Hardware-Renderer verfügbare Partikeltypen soll Mental Ray im kommenden Release ebenfalls darstellen können, was das Compositing des Outputs verschiedener Renderer erspart.
Maya 2008 soll im September erscheinen. Die kleine Version "Maya Complete" soll knapp 2500 Euro kosten, Maya Unlimited mit Kleidungssimulation schlägt mit 8750 Euro zu Buche. Updates von Maya 8.5 kosten laut Hersteller 1034 bzw. 1427 Euro. Die Software wird für Linux, Mac OS X und Windows angeboten.
Auch das Compositing-Werkzeug Toxik wurde aktualisiert. Toxik 2008 für Linux und Windows wird vor allem als Ergänzung für Maya vermarktet. Noch will der Hersteller keinen genaueren Erscheinungstermin als "Herbst 2007" nennen. Pro Lizenz soll Toxik 2008 etwa 4165 Euro kosten. (ghi)