BT investiert 15 Milliarden Euro in All-IP-Netz

In Großbritannien weicht das leitungsvermittelte Telefonnetz dem "21st Century Network". Der Carrier verspricht sich erhebliche Kosteneinsparungen und seinen Kunden eine höhere Dienstgüte.

vorlesen Druckansicht 40 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Sven-Olaf Suhl

Der britische Telekommunikationskonzern BT hat vier von insgesamt acht Hauptlieferanten für sein 21st Century Network (21CN) bekanntgegeben. Die übrigen Partner will die frühere British Telecom bis Anfang 2006 benennen. Das komplett IP-basierte Netz soll die vorhandenen getrennten Infrastrukturen wie das leitungsvermittelte Telefonnetz (PSTN) und TDM-Datenleitungen ersetzen und Sprachtelefonie, Internet und weitere Datendienste wie Virtual Private Networks auf einer Plattform bereitstellen. Bis zum Ende des Jahrzehnts will BT rund 10 Milliarden Pfund (über 14,7 Milliarden Euro) in sein Next-Generation-Network stecken – BT zufolge ist dieses Investment eine der größten Infrastruktur-Ausgaben, die jemals im Vereinigten Königreich getätigt worden sind. Der Carrier verspricht sich erhebliche Kosteneinsparungen und seinen Kunden eine höhere Dienstgüte.

Teile der Investitionssumme konnten sich in der ersten Runde die Telecom-AusrĂĽster und Netzwerkanbieter Lucent, Siemens Com Ciena und Huawei. sichern. Lucent und Siemens kĂĽndigten jeweils an, fĂĽr die sanfte Migration von TDM auf IP auf Netzwerk-Komponenten von Juniper zurĂĽckzugreifen.

BT verspricht sich vom 21CN eine "radikale Vereinfachung" des Netzmanagements. Dank des neuen Netzes könnten neue Dienste, die am Markt nachgefragt werden, wesentlich schneller und einfacher angeboten werden als bisher. Nach zahlreichen Versuchen und der Migration auf Soft-Switches im Süden Englands sollen in der zweiten Jahreshälfte zuerst in der walisischen Hauptstadt Cardiff rund 350.000 Endkunden an das 21CN angeschlossen werden. BT beabsichtigt, innerhalb von vier Jahren die rund 30 Millionen Teilnehmeranschlüsse in Großbritannien umzuschalten. Ein "Consult21 Steering Board", in dem verschiedene Industriezweige und auch die Wettbewerber von BT vertreten sind, soll die Umsetzung des Netzwerk-Projekts begleiten, mit technischen Fragen sind BT zufolge rund 40 Personen in verschiedenen Arbeitsgruppen betraut. (ssu)