Surround-Sound auch für digitales Fernsehen
Ein neues Verfahren erlaubt die gleichzeitige Übertragung von Stereo bis 5.1 Surround und darüber hinaus in einem Bitstream.
Was für die normale DVD eine Selbstverständlichkeit ist, kommt im Fernseh-Programm nur ausnahmsweise vor: 5.1-Surround-Sound. Das hat seine Ursache in der noch nicht vollständigen Normierung des verwendeten Verfahrens. Daraus folgt die Unsicherheit der Hardware-Hersteller und Software-Entwickler, welcher Codec in die Receiver nun einzubauen sei.
Ein Vorschlag von Coding Technologies ist das MPEG-4aacPlus genannte Verfahren, das auf dem aacPlus-Codec von Coding Technologies aufsetzt. Damit gelingt es erstmals, Audioinhalte in Stereo mit einer parametrierten Darstellung der Surround-Sound-Information zu kombinieren. Digitale Broadcasting-Systeme können so verschiedene Audiokanal-Konfigurationen von Stereo bis 5.1 Surround und darüber hinaus in ein und demselben Bit-Stream ohne Simulcasting bereitstellen.
Coding Technologies bietet jetzt erste Software-Development-Kits zur Realisierung von Decodern für PC-Plattformen an. Damit lässt sich MPEG Surround mit fast jedem Audiocodec kombinieren, um bestehende Broadcasting-Systeme wie DVB-T auf Surround-Sound nachzurüsten. Die erste Live-Übertragung der Welt von MPEG Layer-2 mit MPEG Surround über DVB-T fand als Funktionsnachweis bereits 2005 bei den Deutschen Medientagen in München statt. Hierbei wurde eine DVB-T Standard-Settop-Box verwendet, um den Stereoanteil des Layer-2 MPEG Surround-Signals wiederzugeben, während eine neue MPEG Surround-fähige Settop-Box das komplette 5.1 Surround-Audiosignal wiedergab. Mit der endgültigen Festlegung des offenen MPEG-D Standards erhalten interessierte Entwickler jetzt einen direkten Zugang zu dieser Technologie zur Evaluierung. (roe)