Surround-Sound auch für digitales Fernsehen

Ein neues Verfahren erlaubt die gleichzeitige Übertragung von Stereo bis 5.1 Surround und darüber hinaus in einem Bitstream.

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Von
  • Peter Röbke-Doerr

Was für die normale DVD eine Selbstverständlichkeit ist, kommt im Fernseh-Programm nur ausnahmsweise vor: 5.1-Surround-Sound. Das hat seine Ursache in der noch nicht vollständigen Normierung des verwendeten Verfahrens. Daraus folgt die Unsicherheit der Hardware-Hersteller und Software-Entwickler, welcher Codec in die Receiver nun einzubauen sei.

Ein Vorschlag von Coding Technologies ist das MPEG-4aacPlus genannte Verfahren, das auf dem aacPlus-Codec von Coding Technologies aufsetzt. Damit gelingt es erstmals, Audioinhalte in Stereo mit einer parametrierten Darstellung der Surround-Sound-Information zu kombinieren. Digitale Broadcasting-Systeme können so verschiedene Audiokanal-Konfigurationen von Stereo bis 5.1 Surround und darüber hinaus in ein und demselben Bit-Stream ohne Simulcasting bereitstellen.

Coding Technologies bietet jetzt erste Software-Development-Kits zur Realisierung von Decodern für PC-Plattformen an. Damit lässt sich MPEG Surround mit fast jedem Audiocodec kombinieren, um bestehende Broadcasting-Systeme wie DVB-T auf Surround-Sound nachzurüsten. Die erste Live-Übertragung der Welt von MPEG Layer-2 mit MPEG Surround über DVB-T fand als Funktionsnachweis bereits 2005 bei den Deutschen Medientagen in München statt. Hierbei wurde eine DVB-T Standard-Settop-Box verwendet, um den Stereoanteil des Layer-2 MPEG Surround-Signals wiederzugeben, während eine neue MPEG Surround-fähige Settop-Box das komplette 5.1 Surround-Audiosignal wiedergab. Mit der endgültigen Festlegung des offenen MPEG-D Standards erhalten interessierte Entwickler jetzt einen direkten Zugang zu dieser Technologie zur Evaluierung. (roe)