SIGGRAPH: Motion Capture gĂĽnstig oder markerlos

Auf der Grafikmesse sind neue Produkte von NaturalPoint, Organic Motion und Mova zu bestaunen, die 3D-Animationen in der wahren Welt aufnehmen.

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Von
  • Jörn Loviscach

Auf der Grafikmesse SIGGRAPH sind neue Produkte zu bestaunen, die 3D-Animationen in der wahren Welt aufnehmen. NaturalPoint bietet mit seinem OptiTrack-Bündel einen Preisknüller auf dem Gebiet des Motion-Trackings an: Für 5000 US-Dollar gibt es sechs Hochgeschwindigkeits-Infrarotkameras mit USB-Anschluss sowie die Software zur Auswertung. Per Plug-in lassen sich die optisch erfassten Bewegungen in Autodesk MotionBuilder in Echtzeit verarbeiten. Zusätzliche Kameras für das System kosten jeweils 530 US-Dollar. Die Hardware ist laut Hersteller sofort lieferbar; die Software kommt dagegen erst im Oktober. Im Preis nicht enthalten ist der schwarze Anzug mit anmontierten Reflektorkugeln (Markern).

Ganz ohne Spezial-Outfit kommt die Stage genannte Lösung von Organic Motion aus, das wohl erste kommerziell verfügbare markerlose Motion-Capture-System. Es basiert darauf, die menschliche Anatomie in Bildern von zehn rings um den Schauspieler angeordneten Spezialkameras wiederzuerkennen. In der Vorführung auf der Messe zeigt der Hersteller wirkungsvoll die Zwischenschritte der Verarbeitung, darunter die recht genaue 3D-Segmentierung des Körpers in Gliedmaßen. Die kleinste Version des Systems kostet 80.000 US-Dollar plus Supportvertrag für jährlich 8000 Dollar.

Einen anderen Weg zum markerlosen Tracking beschreitet Mova mit Contour, einem für die Gesichtsanimation konzipierten System. Hier erfasst das System die Gesichtsform unabhängig von seiner Farbe über ein phosphorezierendes, mit dem nackten Auge jedoch unsichtbares Makeup. Dazu wird die Beleuchtung mit hoher Geschwindigkeit umgeschaltet. Der Hersteller vermarktet das System derzeit nicht als Produkt, sondern nur als Dienstleistung. Auf der SIGGRAPH kann man erste Ergebnisse sehen. Besonders effektvoll wirkt ein 3D-Zoetrop, in dem ein sprechendes Gesicht holografisch zu sehen ist. Allerdings steht das postkartengroße Bild in keinem Verhältnis zum schrankgroßen Apparat. (Jörn Loviscach) (ghi)