Übernahme von Inode offiziell bestätigt

Die Übernahme des österreichischen ISP Inode durch UPC Austria ist offiziell bestätigt worden.

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Die Übernahme des österreichischen ISP Inode durch UPC Austria ist offiziell bestätigt worden. Der von den Wettbewerbsbehörden noch nicht genehmigte Kaufvertrag bewertet Inode mit rund 95 Millionen Euro. Dies ist nach Käuferangaben das 6,6-Fache des für 2006 geschätzten operativen Cashflows vor Synergien. Thomas Hintze, Chef von UPC Austria, erwartet allerdings keine besonders großen Synergien, da mit Inode neue geografische Gebiete erschlossen würden. Er hofft auf ein Closing der Übernahme im Februar.

Inode soll als eigene Firma bestehen bleiben und weiterhin unter der Marke Inode auftreten, auch die Entbündelung von Wählämtern (Vermittlungsstellen) soll voranschreiten. Entsprechend wird die Produktpalette weitergeführt, bestehende Verträge mit Kunden bleiben unverändert. Über die DS-Leitungen von Inode möchte UPC deutlich mehr Haushalten als bisher ein Triple-Play-Angebot (Breitband-Internet, Telefonie und Fernsehen) unterbreiten. Das bisher in Verhandlungen über Urheberrechte feststeckende TVoIP-Projekt der Inode dürfte also realisiert werden. Die genaue Positionierung der Marke und neuer Angebote steht noch nicht fest.

Bedauernde Stellungnahmen gibt es sowohl von einigen Inode-Kunden als auch vom Konkurrenten Silver Server. Manche sich nun in diversen Foren kritisch äußernde Inode-Kunden hatten sich bewusst für ein mittelständisches Unternehmen entschieden, andere waren bei UPC unzufrieden und sind gewechselt. Silver Server sieht – nach kurzfristig härterer Verdrängungskonkurrenz – die Gefahr eingeschränkten und "nach fragwürdigen Regeln neu strukturierten" Wettbewerbs. Inode-Mitgründer Gredenberg widerspricht, das Tandem aus UPC und Inode würde den Wettbewerb mit Marktführer Telekom Austria verschärfen. Er und sein Aufsichtsratskollege Peter Augustin werden für ihr ehemaliges Unternehmen als Konsulenten tätig sein. (Daniel AJ Sokolov) / (hos)