MySQL wird weniger quelloffen

Die Quellen von MySQLs Enterprise-Server sind nur noch zahlenden Kunden zugänglich.

vorlesen Druckansicht 115 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Christian Kirsch

In einem Blogeintrag unter der Überschrift "Refining MySQL Community Server" teilt der für die "Community" zuständige MySQL-Vizepräsident Kaj Arnö mit, die Firma werde die Quellen ihres Enterprise-Produkts in Zukunft nur noch zahlenden Kunden zur Verfügung stellen.

MySQL hatte im letzten Jahr seine freie Datenbank in zwei Produkte unterteilt. Der Community-Server ist seitdem für alle gedacht, die den Datenbankserver aus Quelldateien selbst übersetzen können. Käufer des Enterprise-Server erhalten für knapp 600 US-$ pro Jahr und Server nicht nur häufiger fertig übersetzte Binärpakete, sondern auch technischen Support. Bislang waren die Quellen dieses Enterprise-Servers für jedermann frei zugänglich gewesen.

Einen Konflikt mit der GPLv2 (General Public License) sieht die Firma nicht: Quellen müsse sie nur denjenigen zur Verfügung stellen, denen sie auch Binaries liefere. Und im Falle des Enterprise-Servers seien das eben dessen Käufer. Diesen Standpunkt habe auch die Free Software Foundation bestätigt.

Arnö kündigte außerdem an, dass es in Zukunft viermal jährlich aktualisierte Quellen der Produktivversion von MySQL (zurzeit 5.0) geben werde. Zweimal pro Jahr will die Firma Binaries bereitstellen, "in der Regel, wenn größere Sicherheitslücken auftreten". Fehler würden weiterhin zuerst in der Enterprise-Version korrigiert, neue Funktionen und Beiträge externer Entwickler nur noch in die Entwicklungsversion(en) von MySQL einfließen, nicht jedoch in die Produktivversion.

Andererseits seien über Bitkeeper weiterhin "alle Quellen" frei zugänglich. Ein Blick auf den Server zeigt jedoch, dass es auch dort keinen Eintrag für den Enterprise-Server gibt. (ck)