Das Ende der Riesen und Ungeheuer
Da fehlen einem die Worte: Im Jahr 2016, so prophezeit der IT-Konzern Cisco, werden durch die Datenleitungen dieser Welt unfassbare 1,3 Zettabyte sausen. Zetta?
- Jens Lubbadeh
Da fehlen einem die Worte: Im Jahr 2016, so prophezeit der IT-Konzern Cisco, werden durch die Datenleitungen dieser Welt unfassbare 1,3 Zettabyte sausen. Zetta?
Keine Angst, dieses Präfix muss man auch nicht kennen. Jedenfalls noch nicht. Es steht für einen Rattenschwanz von 21 Nullen – das ist sowieso zuviel für unser Gehirn. Es ist schon seltsam, dass das Post-IT-Revolutionszeitalter uns Normalmenschen mit Zahlendimensionen konfrontiert, die früher allenfalls Astronomen vorbehalten waren. Aber heute kommen uns solche Begriffe wie Giga (schlappe neun Nullen), Tera (12) oder gar Peta (15) ganz locker über die Lippen. Spätestens mit dem exponentiellen Wachstum der Datenspeicher sind mittlerweile auch in Kusterdingen Unterhaltungen wie diese möglich: „Hasch a Terabyte-Plättle?“ - „Ha noi, mei Plättle hent no Gigabyte“.
Bald also Zetta. Wobei in den kommenden Jahren in den Mediamärkten dieser Republik erst einmal die Präfixe Tera und Peta die knalligroten Anzeigen dominieren dürften. Zur Zeit befindet sich das globale Datenvolumen noch in der Exabyte-Region (eine Million Terabyte, 18 Nullen).
Woher stammen eigentlich diese Vorsilben?
Muss ja von den alten Griechen kommen, denkt man erst mal. Das stimmt aber nur bis Exa. Zetta und Yotta – das derzeitige höchste aller Präfix-Gefühle sind italienischen Ursprungs und leiten sich ab von sette, das italienische Wort für sieben, und otto, was acht bedeutet. Das wiederum bezeichnet den zweiten Exponenten der Zahl als Potenz ausgedrückt, also 10 hoch 3 hoch 7 (zetta) bzw. 10 hoch 3 hoch acht (yotta).
Das ist einfallslos im Vergleich zu den anderen Präfixen, wo Fabelwesen für die Zahlenbiester Pate standen:
mega = groĂź
giga = Riese
tera = Ungeheuer
Bei Peta und Exa bröckelt die Logik schon etwas. Peta heißt „alles umfassend“, wahrscheinlich dachte da jemand in den 90ern, wer braucht schon mehr als ein Petabyte? Aber exa = über alles setzt dann doch noch mal einen drauf. Ja und nachdem Exa dann auch noch gesprengt wurde, war man wohl mit dem Latein, beziehungsweise Griechisch am Ende und dachte sich, ach lasst uns doch in Ruhe, dann machen wir eben nur noch mit schnöden Zahlen weiter. Warum allerdings mit italienischen, bleibt rätselhaft. Vielleicht sind sie eine kleine Reminiszenz an die astronomisch inflationären Lirabeträge aus prä-Euro-Zeiten? (jlu)