Combots ohne Umsätze im Geschäftsjahr 2006
Seit dem Verkauf des Webportals web.de an United Internet hat die Aktiengesellschaft, die eine Kommunikationsplattform im Internet entwickelt, praktisch keine Einnahmen verzeichnet.
Die Internetfirma Combots hat im vergangenen Geschäftsjahr keine Umsätze erzielt. Nachdem im Vorjahr noch ein Umsatz von 0,6 Millionen Euro angefallen war, sank dieser nun auf 0 Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. Combots entwickelt eine Plattform für Kommunikation über das Internet; das Kerngeschäft, das Internetportal web.de, hatte die Firma an United Internet (zu der Holding gehören unter anderem GMX und 1&1) verkauft.
Da die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing drastisch gestiegen sind, fiel ein Fehlbetrag von 33,3 Millionen Euro an. Für das Marketing gab Combots im vergangenen Geschäftsjahr 6,8 Millionen Euro aus, im Jahr davor waren es noch 0,7 Milionen. Forschung und Entwicklung schlugen mit 31 Millionen Euro zu Buche nach zuvor 24,4 Millionen Euro. Im Jahr 2005 war wegen der Veräußerung des Kerngeschäfts ein Gewinn von 273,1 Millionen Euro angefallen. Die liquiden Mittel erhöhten sich auf Grund der 9,3-prozentigen Beteiligung an United Internet leicht auf 462,7 Millionen Euro. Combots profitierte dabei von dem deutlichen Anstieg des United-Internet-Aktienkurses.
Die Karlsruher ComBOTS AG ist die Nachfolgerin der web.de AG, die nach dem Verkauf des gleichnamigen Webportals im Oktober 2005 an United Internet ihren Namen geändert hatte. Seit dem Verkauf hatte die Aktiengesellschaft praktisch keine Einnahmen verzeichnet. Die "Weltneuheit", die Combots nach eigenen Angaben nach und nach einführen will und die den Kunden eine "gänzlich neue Kommunikationserfahrung" vermittele, wie sich ComBOTS ausdrückt, soll die Online-Kommunikation stark vereinfachen. Das Produkt kann neben Texten auch alle anderen Daten wie Fotos, große Dokumente, Sprachmitteilungen oder Videoclips mit einem Mausklick versenden. Die geschlossene Benutzergruppe ohne zentrales Verzeichnis soll Spam-Attacken auf das Netzwerk verhindern. Zur CeBIT vor einigen Tagen verkündete Combots das offizielle Ende des Beta-Tests für die Plattform, der eigentlich bereits zum Start der IFA im vergangenen Jahr abgeschlossen sein sollte. (jk)