Moderne Videoschnittprogramme fördern den Nachwuchs

Der Deutsche Jugendvideopreis kann sich nicht über einen Mangel an Bewerbern beklagen. Rund 700 Arbeiten von Amateur- und Nachwuchsfilmern wurden für die diesjährige Auflage eingereicht.

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  • dpa

Über einen Mangel an Bewerbern kann sich der Deutsche Jugendvideopreis nicht beklagen. Rund 700 Arbeiten von Amateur- und Nachwuchsfilmern wurden für die diesjährige Auflage eingereicht. Vor allem moderne Schnittprogramme am PC haben es nach Einschätzung von Festivalleiter Christian Exner Amateuren erleichtert, spannende Filme zu produzieren. Dank Online-Plattformen wie YouTube können sie leicht einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dass Veranstaltungen wie das Bundesfestival Video damit überflüssig werden, befürchtet Exner nicht. "Im Internet fehlt das Premieren-Gefühl mit echter Leinwand und direkter Begegnung mit den Zuschauern", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Für wichtiger als die Entwicklung der Kameras, etwa dass man heute mit jedem modernen Handy filmen kann, hält Exner die Entwicklung der Schnitttechnik am Computer. Seit fast zehn Jahren seien die Filme dramaturgisch schlüssiger, hätten besseres Timing und bessere szenische Auflösung.

Auf der handwerklichen Seite, was die Montage und den Schnitt angeht, sind laut Exner heute schon Jugendliche im Alter von 13 aufwärts deutlich versierter als sie es früher waren; sogar Vorschulkinder sind beim Deutschen Jugendvideopreis angetreten. Die Erklärung sei einfach: Bevor es Schnittprogramme am Computer gab, war die Schnitttechnik in Händen von Medienzentren oder Menschen mit sehr viel Geld.

"Der erste Kontakt ist heute schneller und direkter. Man kann leicht etwas aufnehmen, daraus eine Sequenz machen und sich so dem Ganzen spielerisch nähern", so Exner. "Früher galt vielen: Alles, was auf dem TV-Bildschirm erscheint, ist schädlich für die Entwicklung der Kinder. Heute ist man da eher der Meinung, dass das Heranführen an filmische Medien schon früh beginnen soll. Die Medienpädagogik ist in der frühkindlichen Erziehung angekommen." Schon im Kindergartenalter könne man mit Legetrick-Animation Animationsfilme produzieren.

DarĂĽber hinaus animiere das Medium Internet dazu, Filme zu machen und sich darĂĽber auszutauschen. "Es bietet Gelegenheit zu ganz neuen Organisationsformen, etwa Online-Wettbewerbe und -Foren fĂĽr die Brickfilm-Szene, die mit Playmobil- und Lego-Figuren arbeitet. Gleiches gilt fĂĽr die Manga- und Anime-Szene. Das Internet hilft dabei, sich eine Ă–ffentlichkeit zu verschaffen." (vza)