Galileo will zur weltweiten Rettungssuche beitragen

Das europäische Satellitennavigationssystem soll auch dazu genutzt werden, Notrufsignale aufzufangen, weiterzuleiten und zu beantworten.

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Das geplante Satellitennavigationssystem Galileo soll auch für den Empfang von Notfunkbaken und der Weiterleitung der Signale an Such- und Hilfsorganisationen dienen. Das geht aus einer Mitteilung der europäischen Raumfahrtagentur ESA hervor. Die Galileo-Satelliten sollen mit dafür geeigneten Transpondern bestückt werden. Über einen in bisherigen Systemen nicht vorhandenen Rückkanal sollen Menschen in Not benachrichtigt werden, dass ihr Signal angekommen und Hilfe unterwegs ist.

Repräsentanten des Galileo-Projekts nehmen am jährlichen Treffen von COSPAS-SARSAT teil, dem internationalen Programm für satellitengestützte Suche und Rettung. COSPAS-SARSAT unterhält geostationäre und Satelliten in erdnahem Orbit. Letztere sind in der Lage, Notrufsignale zu orten, indem sie beim Vorbeiflug den Doppler-Effekt nutzen. Allerdings könne es Verzögerungen dadurch geben, dass diese Satelliten jeweils nur einen Ausschnitt der Erdoberfläche erfassen und die Signale nur weiterleiten können, wenn sie in Reichweite einer Erdfunktstelle kommen, erläutert die ESA.

Geostationäre Satelliten wiederum könnten zwar große Areale erfassen, doch könnten sie die Herkunft von Notsignalen nicht von allein bestimmen. Dafür benötigen sie ein Navigationssystem. Zudem brauchen Notrufbaken einen direkten Sichtkontakt zu den geostationären Satelliten, der in bestimmten Situationen nicht möglich sei, da sich zum Beispiel Unfälle auf der "falschen Seite" eines Berges ereignen könnten.

Als Lösung des Problemes bietet sich laut ESA an, Notruffunktionen als zusätzliche Nutzlast bei den Navigationssystem-Flotten von 20 bis 30 Satelliten in mittlerem Orbit vorzusehen, die die gesamte Erdoberfläche einschließlich der Pole erfassen. Sie ermöglichen zudem eine "Sicht" auf die Erde aus verschiedenen Perspektiven, sodass Behinderungen durch ungünstige geologische Formationen minimiert werden. (anw)