Sun gibt Java-Kompatibilitätstest für GPL-Entwickler frei
Entwickler, die alternative Java-Versionen unter der GPL-Lizenz implementieren, dürfen mit Suns Test-Suiten unter Beweis stellen, dass sie zum Java-Standard kompatibel sind.
Sun hat eine Lizenz entwickelt, mit der Open-Source-Projekte kostenfrei die Test-Suites für das Java Development Kit verwenden dürfen. Damit können Entwickler, die ihren Code unter der GPLv2 freigeben, unter Beweis stellen, dass ihre Java-Version mit den vom Konsortium des Java Community Process verabschiedeten Java-Standards kompatibel ist. Nur Versionen, die Suns Tests fehlerfrei absolvieren, dürfen sich Java-kompatibel nennen.
Die Test-Suites des Java Compatibility Kit (JCK) hatte Sun in der Vergangenheit nur Geschäftspartnern zur Verfügung gestellt, die Gebühren zahlen mussten, um ihre Produkte zu zertifizieren. Nach der Veröffentlichung des kompletten Quellcode des Java Development Kit unter der GPL ist die Freigabe der Tests ein logischer Schritt.
Sun bietet nun zwar den Quellcode des JCK zum Download an, für die Tests selbst gilt allerdings keine Open-Source-Lizenz. Sun verbietet, den Programmcode der Tests zu verändern und eigene Versionen weiterzugeben. Details hat Sun in einer FAQ veröffentlicht. Zudem schließt Sun mit der Beschränkung, dass nur GPL-Projekte zertifizierbar sind, andere Open-Source-Entwickler weiterhin von der Nutzung des JCK aus. Dazu zählt das Projekt Apache Harmony, das eine alternative Implementierung von Java SE 5 unter der freizügigeren Apache-Lizenz entwickelt.
Suns Software-Chef Rich Green bezieht zu Apaches Vorwürfen in seinem Blog Stellung: Für Sun sei es oberste Priorität, zu verhindern, dass die Java-Plattform in mehrere inkompatible Versionen zerfällt. Die GPL stelle sicher, dass niemand aus den von Sun freigegebenen Quellen eine Closed-Source-Version baut, die sich nicht an die JCP-Standards hält. (kav)