Erfolgreiche Schulung beim Kunden: Spielchen für Zwischendurch

Auch wenn der Stoff sehr spannend ist: so eine Schulung hat auch zähe Momente. Hier ein paar Tipps, wie Sie die Teilnehmer wieder aktivieren.

vorlesen Druckansicht
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Marzena Sicking

Produktschulung beim Kunden, Know-how-Vermittlung bei den eigenen Mitarbeitern: es sind nicht immer die Profi-Trainer, die Schulungen in Unternehmen durchführen. Doch Einsteiger, die beim Kunden oder im eigenen Unternehmen eine Schulung durchführen müssen, können sich von den Profis eine Menge guter Tricks abschauen. Im vierten Teil unserer Serie verrät Karl Heinz Lorenz wie man Teilnehmer aktiviert, motiviert – oder entspannt.

Brot und Spiele für die Teilnehmer

Ein Seminar ist zweifelsohne eine ernste Angelegenheit. Schließlich geht es um eine wichtige Fortbildung der Mitarbeiter, die das Unternehmen Zeit und Geld kostet. Dennoch sind kleine Spielchen zwischendurch erlaubt. Sie sind sogar erwünscht, denn sie aktivieren und motivieren die Teilnehmer. Und sie helfen dabei, die gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen, denn der Mensch lernt bekanntermaßen am besten spielend.

Bauen Sie deshalb Spiel- und Bewegungssequenzen als Stützpfeiler in Ihre Schulung ein. Denn vergessen Sie nicht: selbst das spannendste Seminar verliert nach ein paar Stunden an Dynamik, die Konzentration der Teilnehmer lässt nach. Eine Bewegungssequenz bringt den gesamten Apparat an dieser Stelle wieder in Schwung. Ausgewählte Spiele sorgen für gute Laune, lockern auf und machen wach. Spiele in einem Seminar sind also keine Zeitverschwendung – im Gegenteil.

(Bild: Karl Heinz Lorenz)

Karl Heinz Lorenz (50), Diplom Betriebswirt (DH), Managementtrainer, Berater und Hochschuldozent, ist Inhaber von LORENZ-SEMINARE Personality- & Competence-Training, Weidenthal und Autor ("Typisch Kunde!"). Kontakt und weitere Informationen: info@lorenz-seminare.de

Eine solche Aktivierungssequenz muss nicht lange dauern. Fünf bis 15 Minuten reichen vollkommen aus, um die gewünschte Aufmerksamkeit und Produktivität für die nächsten Stunden wieder herzustellen. Ideal sind Spiele, die nicht nur geistig, sondern auch körperlich ein wenig fordern. Beispiele und Möglichkeiten für geeignete Spiele gibt es viele. Deshalb muss der Seminarleiter vor allem darauf achten, dass das Spiel auch zu seiner Teilnehmergruppe passt.

Es sollte den "Geschmack" der Gruppe treffen und so gestaltet sein, dass alle Teilnehmer körperlich in der Lage sind, die dazugehörigen Bewegungen mitzumachen. Achten Sie deshalb im Vorfeld auf Einschränkungen und Behinderungen, damit niemand ausgeschlossen wird. Nehmen Sie in Ihre Überlegungen die Altersstruktur der Teilnehmer auf. Und auch das Verhältnis der Anwesenden untereinander. Vor allem bei Spielen, die Berührungen voraussetzen, ist größte Vorsicht geboten.

Natürlich sollte das Spiel positive Gefühle hervorbringen. Niemand darf vorgeführt oder in Bedrängnis gebracht werden. Deshalb sollten Sie Teilnehmer, die partout nicht mitmachen wollen, nicht unter Druck setzen und darauf achten, dass kein Gruppenzwang entsteht.

Neben Aktivierungsspielen können auch Beruhigungssequenzen eingebaut werden. Dies bietet sich beispielsweise am Ende einer Schulung an. Besonders beliebt ist hier die Variante der "Traumreise“. Die Teilnehmer sitzen oder liegen entspannt und haben die Augen geschlossen. Der Schulungsleiter führt sie mit einer ruhigen Stimme und schönen Bildern auf eine innere Vorstellungsreise.

Aber Vorsicht: Spiele oder Beruhigungssequenzen, die nicht funktioniereb oder schlecht umgesetzt werden, hinterlassen bei den Teilnehmern nur einen schalen Nachgeschmack – wie ein schlecht erzählter Witz. Die Anleitung sollten Sie also sicher beherrschen. Sollten Sie öfter Schulungen veranstalten müssen, lohnt es sich, selbst in ein Training zu investieren und sich die professionelle praktische Umsetzung bei einer Weiterbildung anzueignen. (gs)