Staatsanwalt sieht ausreichend Beweise fĂĽr Anklage gegen HP

Der kalifornische Generalstaatsanwalt wird vermutlich kommende Woche in der Bespitzelungsaffäre Anklage gegen "HP-Mitarbeiter und außenstehende Geschäftspartner" erheben.

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Der kalifornische Generalstaatsanwalt Bill Lockyer hat laut US-Medienberichten ausreichend Beweise für eine Anklage in der Bespitzelungsaffäre bei HP. Diese könne Anfang kommender Woche vorliegen, berichtet die Los Angeles Times. Es sei aber noch unklar, ob die Aufsichtsratsvorsitzende Patricia Dunn persönlich zur Verantwortung gezogen wird. In einer Radiosendung sagte Lockyer, es gebe genügend Anhaltspunkte, um HP-Mitarbeiter sowie außenstehende Geschäftspartner zu belangen.

Dunn hatte gestern ihren Rückzug vom Vorsitz des Aufsichtsrats angekündigt. Sie zieht damit die Konsequenz aus der Affäre, bei der sich Privatermittler unter Vorgabe falscher Identität persönliche Telefondaten der Aufsichtsräte sowie zahlreicher Journalisten und Zugang zu fremden Computern verschafft hatten – das verstößt gegen Gesetze in Kalifornien, HPs Heimatbundesstaat. Dunn hatte mit den Ermittlungen Informationslecks im Aufsichtsrat finden lassen wollen.

Nun muss die Staatsanwaltschaft laut dem Rechtsgelehrten und langjährigen Senior Councel des Electronic Privacy Information Center (EPIC) Chris Hoofnagle nachweisen, dass HP wusste, welche Untersuchungsmethoden angewendet wurden. Er erläuterte in der Sendung, "Pretexting" sei eine Art Identitätsdiebstahl, mit dem Unterschied, dass die "Diebe" mit den entwendeten Daten kein Geld stehlen oder auf Accounts zugreifen wollen, sondern Informationen gewinnen. Lockyer befürchtet, die Vorgänge bei HP könnten im elektronischen Zeitalter auch bei anderen Unternehmen üblich sein. (anw)