Klage gegen Yahoo China wegen "Hooligan-Software"
Chinesische Internetnutzer wollen gerichtlich gegen den Internet-Dienstleister und seine Software "Yahoo! Assistant" vorgehen.
Die chinesische Dependance des US-Internetunternehmens Yahoo wird von chinesischen Nutzer bezichtigt, schädliche Software zu verbreiten. Eine Organisation namens Anti-Hooligan Software Federation in Beijing habe rechtliche Schritte eingeleitet, berichtet China Daily. Ihr Unmut richtet sich gegen die Software "Yahoo! Assistant", die zwangsweise installiert werde, bei der Computernutzung störe, Werbung einblende und sich nicht entfernen lasse. Dong Haiping von der Federation fordert von Yahoo 94 Yuan (9,3 Euro) Schadensersatz
Die Software ist ein Zusatztool für den Internet Explorer, das vormals "3721 Internet Assistant" hieß. Sie tauscht bei der Eingabe von Suchbegriffen lateinische in chinesische Schriftzeichen um und enthält weitere Funktionen. Nachdem sich Yahoo Ende 2003 die Firma 3721 einverleibt hatte, wurde sie umbenannt. Laut Yahoo-Sprecher Gong Meng wurde bereits vor einem Jahr dafür gesorgt, dass sich die Software nicht mehr ohne Erlaubnis des Nutzers installiere, sobald er die Website von Yahoo China besuche. Im Wikipedia-Eintrag zum "Yahoo! Assistant" wird noch davor gewarnt, die Website mit dem Internet Explorer auf niedriger Sicherheitsstufe aufzusuchen.
Laut China Daily handelt es sich um die erste Kampagne von "Netizens" gegen schädliche Software. Ziel der Organisation ist es, dass in China Gesetze zur Bekämpfung von "Hooligan-Software" erlassen werden. Wenn ausreichend Hinweise vorliegen, sollen noch weitere 20 Unternehmen, darunter eBay und Baidu.com, vor Gericht gezogen werden, zitiert die Zeitung Dong. (anw)